Auf See ist der nächste Arzt oft weit weg, und der Rettungswagen kommt nicht über das Wasser gefahren. Genau das macht die Bordapotheke und ein Grundwissen in Erster Hilfe zu einem Teil der Sicherheit, der so wichtig ist wie die Rettungsweste, aber viel seltener ernst genommen wird. Eine gut bestückte Bordapotheke und der ruhige Kopf, sie im Notfall zu nutzen, können den Unterschied machen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Schauen wir uns an, was an Bord gehört und worauf es ankommt.
Warum die Bordapotheke ernst genommen gehört
An Land ruft man im Notfall einfach Hilfe und wartet wenige Minuten. Auf dem Wasser kann es deutlich länger dauern, bis ein Rettungsmittel die Crew erreicht. In dieser Zeit müsst ihr selbst handeln können, eine Wunde versorgen, eine Verletzung stabilisieren, Schmerzen lindern. Die Bordapotheke ist deshalb kein lästiges Pflichtteil, sondern euer erstes und manchmal einziges Werkzeug, um eine Notlage zu überbrücken. Sie gehört zur Sicherheitsausrüstung an Bord genauso selbstverständlich wie der Feuerlöscher.
Was hineingehört
Eine gute Bordapotheke deckt die typischen Bordverletzungen und Beschwerden ab. Dazu gehört reichlich Verbandsmaterial für Schnitt- und Platzwunden, die an Bord schnell passieren, ebenso Pflaster, Desinfektion und Material zur Wundversorgung. Schmerz- und Fiebermittel gehören dazu, Mittel gegen Seekrankheit, etwas gegen Sonnenbrand und Magen-Darm-Beschwerden. Wichtig sind außerdem die persönlichen Medikamente jedes Crewmitglieds in ausreichender Menge, denn die bekommt ihr unterwegs nicht ersetzt. Wer weiter hinausfährt, ergänzt die Apotheke entsprechend dem Revier und der Crew.
„Die beste Bordapotheke nützt nichts, wenn niemand weiß, wie man sie benutzt. Ein Erste-Hilfe-Kurs ist die wichtigste Ergänzung zu jedem Verbandskasten.“
Richtig lagern und aktuell halten
Eine Bordapotheke muss trocken und griffbereit sein. An Bord ist alles dem Salz und der Feuchtigkeit ausgesetzt, deshalb gehört sie in einen wasserdichten Behälter an einen festen, allen bekannten Platz. Kontrolliert regelmäßig die Verfallsdaten und ersetzt, was abgelaufen oder aufgebraucht ist, am besten beim Saisonstart zusammen mit dem Check der übrigen Ausrüstung. Eine Apotheke, in der die Hälfte abgelaufen ist, wiegt euch in falscher Sicherheit.
Wissen schlägt Material
Der wertvollste Teil der Notfallvorsorge steckt nicht in der Box, sondern in den Köpfen der Crew. Ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs, idealerweise einer mit Bezug zum Wassersport, ist durch nichts zu ersetzen. Wer weiß, wie man eine Blutung stillt, eine stabile Seitenlage herstellt und eine Wiederbelebung durchführt, rettet im Ernstfall Leben. Genauso wichtig ist es, vor dem Notfall zu wissen, wie man über Funk einen Seenotruf absetzt und Hilfe organisiert. Besprecht das an Bord, bevor ihr es braucht, so wie ihr auch das Mann-über-Bord-Manöver übt.
Die Bordapotheke auf einen Blick
| Bereich | Was hineingehört |
|---|---|
| Wundversorgung | Verbandsmaterial, Pflaster, Desinfektion |
| Medikamente | Schmerz- und Fiebermittel, Magen-Darm-Mittel |
| Bordtypisches | Mittel gegen Seekrankheit und Sonnenbrand |
| Persönliches | eigene Medikamente in ausreichender Menge |
| Lagerung | wasserdicht, griffbereit, Verfallsdaten prüfen |
Vorbereitet statt überrascht
Eine durchdachte Bordapotheke und ein aufgefrischtes Erste-Hilfe-Wissen gehören zu den lohnendsten Investitionen in die Sicherheit an Bord, und sie kosten wenig. Stellt die Apotheke passend zu eurem Revier und eurer Crew zusammen, haltet sie trocken und aktuell, und sorgt dafür, dass jeder an Bord weiß, wo sie liegt und wie man im Notfall handelt. Dann fahrt ihr nicht mit Angst, sondern mit der Gelassenheit, die aus guter Vorbereitung kommt. Plant das gleich beim Törn mit ein.
Häufig gestellte Fragen
Was
Verbandsmaterial, Pflaster und Desinfektion für die Wundversorgung, Schmerz- und Fiebermittel, etwas gegen Seekrankheit, Sonnenbrand und Magen-Darm-Beschwerden sowie die persönlichen Medikamente jedes Crewmitglieds in ausreichender Menge.
Wie
Trocken und griffbereit in einem wasserdichten Behälter an einem festen, allen bekannten Platz. Die Verfallsdaten gehören regelmäßig geprüft, am besten zum Saisonstart, und Abgelaufenes wird ersetzt.
Brauche
Sehr zu empfehlen. Die beste Bordapotheke nützt nichts, wenn niemand sie anzuwenden weiß. Ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs, idealerweise mit Wassersportbezug, ist die wichtigste Ergänzung zum Material.
Warum
Weil auf dem Wasser professionelle Hilfe deutlich länger braucht als an Land. In dieser Zeit muss die Crew selbst eine Wunde versorgen oder eine Verletzung stabilisieren können, bis ein Rettungsmittel eintrifft.
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