Wenn an Bord wirklich etwas schiefgeht, entscheidet eine Frage über alles: Wie rufe ich schnell und zuverlässig Hilfe? Auf dem Wasser gibt es dafür ein ganzes System aus elektronischen und sichtbaren Notsignalen, vom Knopfdruck am Funkgerät bis zur Rakete am Himmel. Wer sie kennt und bedienen kann, verkürzt im Ernstfall die Zeit bis zur Rettung entscheidend. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Seenotsignale und wann welches zum Einsatz kommt.

Der DSC-Notruf: Hilfe auf Knopfdruck

Das modernste und schnellste Mittel ist der DSC-Notruf über das UKW-Seefunkgerät. DSC steht für das digitale Selbstwählverfahren, und im Kern bedeutet es: Ein Druck auf den geschützten Notrufknopf sendet automatisch einen digitalen Notruf mit der eigenen Position und Kennung an alle Stationen in Reichweite, auch an die Seenotrettung. Das geht schneller und zuverlässiger als jeder gesprochene Funkspruch und erreicht sofort die, die helfen können. Voraussetzung ist ein DSC-fähiges Funkgerät und das passende Funkzeugnis, um es richtig zu bedienen.

EPIRB und PLB: der Notruf über Satellit

Wer weiter hinausfährt, wo die UKW-Reichweite endet, setzt auf die EPIRB, eine Seenotfunkbake. Einmal ausgelöst, sendet sie über Satelliten ein Notsignal mit der Position rund um den Globus an die Rettungsleitstellen. Sie funktioniert auch dort, wo kein Funkgerät mehr Verbindung hat, und ist deshalb die Lebensversicherung der Hochsee. Eine kleinere, persönliche Variante ist die PLB, die man am Körper trägt und die im Fall des Über-Bord-Gehens den eigenen Standort sendet. Beide gehören für die große Fahrt zur Grundausstattung.

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„Im Notfall zählt jede Minute. Der schnellste Notruf ist der, den du blind bedienen kannst. Deshalb gilt: Mach dich mit den Geräten vertraut, bevor du sie brauchst.“

Pyrotechnik: sichtbare Signale

Neben der Elektronik gibt es die klassischen, sichtbaren Seenotsignale, die Pyrotechnik. Fallschirm-Signalraketen steigen hoch auf und sind über weite Entfernung zu sehen, Handfackeln markieren die eigene Position für ein nahes Rettungsmittel, und Rauchsignale sind bei Tag gut sichtbar. Sie sind besonders dann wertvoll, wenn ein Suchschiff oder Hubschrauber bereits in der Nähe ist und euch genau orten muss. Pyrotechnik hat ein Verfallsdatum und unterliegt besonderen Vorschriften, deshalb gehört sie regelmäßig geprüft und erneuert.

Die Notsignale im Überblick

SignalFunktionReichweite
DSC-Notrufdigitaler Funknotruf mit Positionküstennah, UKW
EPIRBNotbake über Satellitweltweit
PLBpersönliche Notbakeweltweit, am Körper
Signalraketensichtbar über weite Entfernungfür Suche in der Nähe

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Vorbereitet sein, bevor es ernst wird

Die beste Notausrüstung nützt nichts, wenn ihr sie im Ernstfall erst suchen oder ihre Bedienung herausfinden müsst. Macht euch mit jedem Signalmittel vertraut, wisst, wo es liegt, und übt das Auslösen gedanklich durch. Prüft die Verfallsdaten der Pyrotechnik und den Zustand von Funk und Baken regelmäßig. Stimmt die Ausrüstung auf euer Revier ab: Für die Küste reichen DSC und Pyrotechnik, für die Hochsee gehört die EPIRB dazu. So seid ihr im Notfall nicht hilflos, sondern handlungsfähig. Welche Ausrüstung sonst an Bord gehört, lest ihr unter Sicherheitsausrüstung an Bord.

Häufig gestellte Fragen


Wie

Am schnellsten über den DSC-Notruf am UKW-Seefunkgerät. Ein Druck auf den geschützten Notrufknopf sendet automatisch einen digitalen Notruf mit Position und Kennung an alle Stationen in Reichweite, auch an die Seenotrettung.


Was

Eine EPIRB ist eine Seenotfunkbake, die einmal ausgelöst über Satelliten ein Notsignal mit der Position weltweit an die Rettungsleitstellen sendet. Sie funktioniert auch dort, wo kein Funkgerät mehr Verbindung hat, und ist für die Hochsee gedacht.


Welche

Das hängt vom Revier ab. Für die Küste sind ein DSC-Funkgerät und Pyrotechnik wie Signalraketen, Handfackeln und Rauchsignale wichtig. Für die Hochsee kommt eine EPIRB dazu, persönlich ergänzt um eine PLB.


Haben

Pyrotechnik wie Signalraketen und Handfackeln hat ein Verfallsdatum und unterliegt besonderen Vorschriften. Sie gehört regelmäßig geprüft und rechtzeitig erneuert, damit sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert.


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