Feuer ist auf einem Boot eine der gefährlichsten Notlagen überhaupt. Anders als an Land gibt es kein Davonlaufen, keine Feuerwehr um die Ecke und nur wenig, das nicht brennt. Ein Brand breitet sich auf engem Raum rasend schnell aus, und oft bleiben nur Sekunden, um richtig zu handeln. Genau deshalb gehören Vorbeugung, die richtige Ausrüstung und ein klarer Plan für den Ernstfall zu den wichtigsten Themen der Sicherheit an Bord. Schauen wir uns an, worauf es ankommt.

Wo Feuer an Bord entsteht

Die meisten Brände haben eine von drei Ursachen. Die erste ist die Elektrik: überlastete Kabel, schlechte Verbindungen und Korrosion erzeugen Hitze, bis es schmort. Die zweite ist der Bereich um Motor und Kraftstoff, wo sich Benzindämpfe oder ausgelaufener Sprit entzünden können. Die dritte ist die Kombüse mit ihrer Gasanlage oder dem Kocher, wo eine undichte Leitung oder eine vergessene Flamme schnell gefährlich wird. Wer diese drei Quellen kennt, weiß auch, wo Vorbeugung ansetzen muss, nämlich an einer sauberen Bordelektrik, einem dichten Kraftstoffsystem und einer gewarteten Gasanlage.

Die richtigen Löschmittel an Bord

Ein einzelner kleiner Feuerlöscher reicht nicht. An Bord gehören mehrere, gut erreichbar verteilt, vor allem in der Nähe der Gefahrenquellen, aber nicht direkt darin, damit ihr im Brandfall noch herankommt. Pulverlöscher sind universell einsetzbar und decken die meisten Brandklassen ab. Für die Kombüse gehört zusätzlich eine Löschdecke griffbereit, mit der sich ein Fettbrand ersticken lässt, den man niemals mit Wasser löschen darf. Im Motorraum ist eine automatische Löschanlage sinnvoll, die einen Brand erstickt, ohne dass ihr die Klappe öffnen und dem Feuer Sauerstoff geben müsst.

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„Bei einem Brand an Bord zählt jede Sekunde. Wer im Ernstfall erst überlegt, wo der Löscher hängt und wie er funktioniert, hat schon verloren. Übung schafft die nötige Ruhe.“

Vorbeugen ist die halbe Miete

Der beste Brand ist der, der gar nicht erst entsteht. Haltet die Bordelektrik in Ordnung, sichert Stromkreise ordentlich ab und tauscht verdächtige Kabel aus. Lüftet den Motorraum vor dem Start, gerade bei Benzinmotoren, damit sich keine Dämpfe sammeln. Prüft die Gasanlage regelmäßig auf Dichtigkeit und dreht die Gasflasche nach dem Kochen zu. Ein Rauchmelder und ein Gaswarner an Bord kosten wenig und warnen, bevor es zu spät ist. Diese Gewohnheiten verhindern die allermeisten Brände, lange bevor ein Löscher nötig wird.

Brandgefahren und Gegenmittel

QuelleVorbeugungLöschmittel
Elektriksaubere Verkabelung, SicherungenPulverlöscher
Motor und SpritMotorraum lüften, Dichtheit prüfenautomatische Löschanlage
Kombüse und GasGas zudrehen, Anlage prüfenLöschdecke, Pulverlöscher

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Verhalten im Ernstfall

Wenn es trotz aller Vorsicht brennt, zählt ein klarer Ablauf. Bringt zuerst die Menschen in Sicherheit und alarmiert die Crew. Unterbrecht die Energiezufuhr zum Brandherd, dreht also Gas zu und stellt den Motor und die Elektrik ab, soweit möglich. Bekämpft den Brand mit dem passenden Löscher, aber riskiert nichts Unmögliches, denn Material lässt sich ersetzen, Menschen nicht. Setzt frühzeitig einen Notruf über Funk ab, lieber einmal zu früh als zu spät. Und haltet die Rettungsmittel bereit, falls ihr das Boot verlassen müsst. Genau dafür lohnt es sich, das Vorgehen einmal in Ruhe mit der ganzen Crew durchzusprechen, so wie die übrige Sicherheitsausrüstung an Bord.

Häufig gestellte Fragen


Welche

Mehrere, gut erreichbar verteilte Pulverlöscher decken die meisten Brandklassen ab. In die Kombüse gehört zusätzlich eine Löschdecke, und für den Motorraum ist eine automatische Löschanlage sinnvoll.


Wo

Am häufigsten an der Elektrik durch überlastete Kabel und schlechte Verbindungen, im Bereich von Motor und Kraftstoff sowie in der Kombüse durch die Gasanlage oder den Kocher.


Wie

Zuerst die Menschen in Sicherheit bringen und die Crew alarmieren, dann die Energiezufuhr zum Brandherd unterbrechen, also Gas zudrehen sowie Motor und Strom abstellen. Mit dem passenden Löscher bekämpfen und früh einen Notruf absetzen.


Darf

Niemals. Wasser auf einen Fettbrand führt zu einer gefährlichen Stichflamme. Ein Fettbrand in der Kombüse wird mit einer Löschdecke erstickt.


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