Ein Funkgerät an Bord ist im Notfall die schnellste Verbindung zur Hilfe. Doch um es zu bedienen, braucht man in aller Regel einen Funkschein, und hier herrscht oft Verwirrung. SRC, UBI, LRC: hinter den Kürzeln stecken verschiedene Zeugnisse für verschiedene Einsatzbereiche. Wer das passende kennt und besitzt, funkt im Ernstfall richtig und legal. Dieser Überblick ordnet die Funkzeugnisse und zeigt, welches du für dein Revier brauchst.
Warum es überhaupt einen Funkschein braucht
Ein UKW-Seefunkgerät zu betreiben ist nicht ohne Weiteres erlaubt, denn der Funkverkehr ist international geregelt. Wer ein fest eingebautes Funkgerät mit DSC nutzt, also dem digitalen Selbstwählverfahren für den Notruf auf Knopfdruck, braucht das passende Zeugnis. Das hat einen guten Grund: Im Seenotfall muss jeder die Verfahren beherrschen, damit der Funkverkehr funktioniert und Leben gerettet werden. Der Schein ist also kein bürokratisches Hindernis, sondern stellt sicher, dass im Ernstfall jeder weiß, was zu tun ist.
SRC: der wichtigste Schein für Sportboote
Für die meisten Sportbootfahrer auf See ist das SRC, das Short Range Certificate, der richtige Schein. Es berechtigt zum Betrieb von UKW-Seefunkanlagen mit DSC im küstennahen Bereich, also genau dort, wo die allermeisten unterwegs sind. In der Prüfung lernt man die Bedienung des Geräts, das Absetzen eines Notrufs und die wichtigsten Verfahren. Wer mit dem eigenen Boot auf See fährt und ein DSC-fähiges Funkgerät an Bord hat, kommt am SRC kaum vorbei. Es ergänzt den Bootsführerschein um die Funkberechtigung.
UBI und LRC: Binnen und Langfahrt
Für andere Reviere gibt es eigene Zeugnisse. Das UBI, das UKW-Betriebszeugnis für den Binnenfunk, ist das Pendant zum SRC für die Binnengewässer und berechtigt zum Funken auf Flüssen, Kanälen und Seen. Wer dort mit Funk unterwegs ist, braucht dieses Zeugnis. Das LRC, das Long Range Certificate, geht deutlich weiter: Es deckt zusätzlich zur UKW auch Grenzwellen-, Kurzwellen- und Satellitenfunk ab und ist für Hochsee- und Langfahrt gedacht, wo man die Küstennähe verlässt. Für einen Törn rund um die Welt ist es das richtige, für die Küstenfahrt ist es überdimensioniert.
„Der Funkschein ist die Eintrittskarte in den Notruf. Im Seenotfall zählt nicht, was du weißt, sondern was du beherrschst. Genau das übt die Prüfung.“
Die Funkzeugnisse im Überblick
| Zeugnis | Bereich | Für wen |
|---|---|---|
| SRC | UKW mit DSC, küstennah | Sportbootfahrer auf See |
| UBI | UKW Binnenfunk | Binnengewässer |
| LRC | UKW, Grenz-, Kurzwelle, Satellit | Hochsee- und Langfahrt |
Den richtigen Schein wählen
Welches Zeugnis du brauchst, ergibt sich aus deinem Revier und deiner Ausrüstung. Für die Küstenfahrt mit DSC-Funkgerät ist das SRC der Standard, für das Binnenrevier das UBI, für die große Fahrt das LRC. Die Prüfungen sind mit etwas Lernen gut zu schaffen, und das Wissen darin ist im Ernstfall Gold wert. Investier die Zeit, denn ein Funkgerät, das du sicher bedienst, ist eines der wichtigsten Sicherheitsmittel an Bord, gleich neben den Seenotsignalen. Welche Funktechnik dahintersteckt, zeigt der Beitrag zur Navigationselektronik.
Häufig gestellte Fragen
Welchen
Auf See ist für die meisten das SRC der richtige Schein, denn es berechtigt zum Betrieb von UKW-Seefunkanlagen mit DSC im küstennahen Bereich. Im Binnenrevier ist es das UBI, für Hochsee- und Langfahrt das LRC.
Was
Das SRC deckt UKW mit DSC im küstennahen Bereich ab und reicht für die meisten Sportbootfahrer. Das LRC geht weiter und umfasst zusätzlich Grenzwellen-, Kurzwellen- und Satellitenfunk für Hochsee- und Langfahrt.
Brauche
In der Regel ja. Der Betrieb eines fest eingebauten UKW-Funkgeräts mit DSC verlangt das passende Funkzeugnis, weil der Funkverkehr international geregelt ist und im Seenotfall jeder die Verfahren beherrschen muss.
Welches
Das UBI, das UKW-Betriebszeugnis für den Binnenfunk. Es ist das Pendant zum SRC und berechtigt zum Funken auf Flüssen, Kanälen und Seen.
Weiterlesen: Welcher Bootsführerschein für welches Gewässer? · Seenotsignale und Notfunk
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