Moin, ihr Lieben. Wenn die Tage länger werden und das Wasser ruft, juckt es jedem Bootseigner in den Fingern. Aber bevor das Boot zurück ins Wasser darf, gehört es ordentlich ausgewintert. Wer im Herbst sauber eingewintert hat, hat es jetzt leicht, wer geschludert hat, merkt es spätestens beim ersten Start. Das Auswintern ist kein Hexenwerk, aber es will der Reihe nach gemacht werden, damit ihr nicht im Mai mit einer Panne im Hafen steht. Gehen wir es durch.

Außen zuerst: Plane runter, Rumpf prüfen

Zuerst kommt die Winterabdeckung herunter, und dann schaut ihr euch das Boot in Ruhe an. Gibt es über den Winter neue Risse, Scheuerstellen oder Frostschäden? Prüft das Unterwasserschiff, frischt das Antifouling auf und kontrolliert die Opferanoden. Sind sie zur Hälfte weg, kommen neue dran. Auch das Deck und die Beschläge gehören kontrolliert. Ein gründlicher Blick jetzt erspart euch böse Überraschungen, wenn das Boot erst wieder im Wasser liegt.

Der Motor will geweckt werden

Jetzt zum Herzstück. Was ihr im Herbst konserviert habt, macht ihr nun rückgängig. Der Frostschutz kommt aus dem Kühlsystem, und es wird mit Seewasser gespült. Schaut euch den Ölstand und die Farbe an, und wenn ihr den Ölwechsel nicht schon im Herbst gemacht habt, dann jetzt. Prüft den Impeller, die Keilriemen und die Schläuche auf Risse. Die Batterie, die hoffentlich den Winter geladen und frostfrei verbracht hat, kommt zurück an Bord und wird auf Spannung gemessen. Kontrolliert die Seeventile, ob sie gängig sind, bevor das Boot ins Wasser geht, nicht danach.

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„Das Auswintern entscheidet sich im Herbst. Wer sauber eingewintert hat, weckt den Motor in einer Stunde. Wer geschludert hat, lernt im Frühjahr, was das kostet.“

Sicherheit und Probelauf

Bevor es losgeht, gehört die Sicherheit auf den Prüfstand. Schaut euch die Rettungswesten an, prüft die Verfallsdaten von Feuerlöschern und Signalmitteln, und checkt die Bilgepumpe. Wenn alles bereit ist, kommt der Moment der Wahrheit: der erste Start. Lasst den Motor zu Wasser anlaufen, denn er darf keine Sekunde trocken laufen, und achtet darauf, dass am Auspuff Kühlwasser kommt und die Temperatur stimmt. Hört hin, riecht hin, schaut auf die Instrumente. Läuft alles rund, habt ihr alles richtig gemacht.

Auswintern Schritt für Schritt

SchrittWas zu tun ist
Abdeckung und RumpfPlane ab, Rumpf, Antifouling und Anoden prüfen
MotorFrostschutz raus, Öl, Impeller, Riemen prüfen
Batterieeinbauen, Spannung messen
Seeventileauf Gängigkeit prüfen, vor dem Wassern
SicherheitWesten, Löscher, Bilgepumpe checken
ProbelaufMotor zu Wasser starten, Kühlung kontrollieren

Im Video: Frühjahrscheck vom Bootsdoktor

Welche Checks beim Saisonstart wirklich zählen und den Motor retten, zeigt Dieter der Bootsdoktor.

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Das Wichtigste in einem Satz

Auswintern heißt, das Boot der Reihe nach zu wecken: außen prüfen, den Motor entkonservieren, die Batterie und die Seeventile checken und mit einem sauberen Probelauf abschließen. Wer gründlich ist, startet entspannt in die Saison statt mit einer Panne. Und wer im Herbst gut eingewintert hat, für den ist das alles halb so wild.

Häufig gestellte Fragen


Was

Außen die Abdeckung abnehmen und Rumpf, Antifouling und Anoden prüfen, den Motor entkonservieren, also Frostschutz raus und Öl, Impeller und Riemen kontrollieren, die Batterie einbauen, die Seeventile auf Gängigkeit prüfen und mit einem Probelauf abschließen.


Wann

Im Frühjahr, sobald keine Frostgefahr mehr besteht und der Saisonstart näher rückt. Wer früh anfängt, hat Zeit, kleine Mängel in Ruhe zu beheben, statt unter Druck zu geraten.


Muss

Wenn der Ölwechsel nicht schon beim Einwintern im Herbst gemacht wurde, dann jetzt. Frisches Öl schützt den Motor, altes Öl enthält Säuren, die ihm über die Standzeit schaden.


Worauf

Der Motor darf keine Sekunde trocken laufen, lasst ihn zu Wasser oder mit Wasserzufuhr an. Achtet darauf, dass am Auspuff Kühlwasser kommt und die Temperatur stimmt, und hört und schaut auf ungewöhnliche Geräusche oder Lecks.


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