Moin, ihr Lieben. Wenn ein älterer Bootsmotor im Frühjahr zickt, schlecht anspringt oder unrund läuft, sitzt der Übeltäter oft an einer Stelle: im Vergaser. Gerade wer im Herbst nicht sauber eingewintert hat, findet im Frühling verharzte Düsen und einen Vergaser, durch den kaum noch etwas geht. Die gute Nachricht: Einen Vergaser kann man reinigen und überholen, und mit etwas Sorgfalt bekommt ihr die Maschine wieder ans Laufen. Schauen wir uns an, wie das geht.

Was der Vergaser überhaupt macht

Der Vergaser hat eine einfache, aber wichtige Aufgabe: Er mischt den Kraftstoff im richtigen Verhältnis mit Luft, damit der Motor sauber läuft. Dafür sorgen feine Kanäle und winzige Düsen, durch die der Sprit dosiert wird. Und genau diese feinen Öffnungen sind das Problem, denn sie verstopfen leicht. Schon kleinste Ablagerungen bringen die Mischung durcheinander, und dann springt der Motor nicht an, läuft unrund oder säuft ab.

Warum der Vergaser verharzt

Der häufigste Grund ist alter Sprit. Steht Kraftstoff über den Winter im Vergaser, verdunsten die leichten Bestandteile, und zurück bleibt ein klebriger, harziger Rückstand, der die feinen Düsen zusetzt. Moderne Kraftstoffe mit Bioanteil verschärfen das noch, weil sie Wasser anziehen und schneller schlecht werden. Wer die Maschine im Herbst nicht richtig konserviert und den Vergaser nicht leerfährt, legt damit den Grundstein für die Frühjahrsprobleme. Auch Wasser im Tank trägt seinen Teil bei.

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So erkennt ihr einen verstopften Vergaser

Die Anzeichen sind ziemlich eindeutig. Der Motor springt schlecht oder gar nicht an, läuft im Leerlauf unrund und geht beim Gasgeben aus. Manchmal ruckelt er oder nimmt kein Gas an. Stimmen Zündung und Kompression, und der Motor will trotzdem nicht, lohnt der Blick in den Vergaser fast immer.

„Die meisten Vergaserprobleme entstehen nicht im Frühjahr, sondern im Herbst. Wer richtig einwintert, hat im Frühling den halben Ärger gar nicht erst.“

Schritt für Schritt: reinigen und überholen

  • Ausbauen und merken. Den Vergaser sauber abbauen und euch dabei merken, wie die Schläuche und Züge sitzen. Ein Foto vorher hilft beim Zusammenbau.
  • Zerlegen. Den Vergaser vorsichtig auseinandernehmen. Achtet auf die kleinen Teile wie das Schwimmernadelventil und die Düsen, die gehen leicht verloren.
  • Reinigen. Düsen und Kanäle gründlich säubern. Am besten gelingt das in einem Ultraschallbad, das auch die feinsten Öffnungen frei bekommt. Pustet die Kanäle anschließend durch.
  • Verschleißteile erneuern. Mit einem passenden Vergaserkit tauscht ihr Dichtungen, das Nadelventil und die Düsen gleich mit. Achtet darauf, das richtige Kit für genau euren Vergaser zu bestellen, sonst passt es hinterher nicht.
  • Zusammenbauen. Alles sauber und in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen, neue Dichtungen verwenden, die Schwimmerhöhe beachten.
  • Einstellen. Nach dem Einbau Leerlauf und Gemisch einstellen, bis der Motor rund läuft.

Reinigen oder gleich tauschen?

Nicht jeder Vergaser lohnt die Überholung. Ist das Gehäuse nur verharzt und die Düsen zugesetzt, bekommt ihr ihn mit Reinigung und einem Kit fast immer wieder fit, und das ist deutlich günstiger als ein neuer Vergaser. Sind dagegen Gewinde ausgerissen, das Gehäuse korrodiert oder verzogen, oder bekommt man für ein altes Modell keine Teile mehr, dann ist der Austausch der ehrlichere Weg. Schaut euch den Vergaser also vor der Arbeit genau an und entscheidet dann. Stundenlang an einem hoffnungslosen Fall zu basteln, lohnt sich für niemanden.

Was ihr dafür braucht

Viel Werkzeug ist es nicht. Ein passender Vergaserkit mit Dichtungen, Nadelventil und Düsen, etwas Reinigungsmittel oder besser ein Ultraschallbad, Druckluft zum Durchpusten und sauberes, geduldiges Arbeiten. Legt die kleinen Teile geordnet ab, damit nichts verloren geht, und nehmt euch Zeit. Ein Vergaser verzeiht keine Hektik, aber er belohnt Sorgfalt mit einem Motor, der wieder rund läuft.

So beugt ihr vor

Am besten ist der verharzte Vergaser, den es gar nicht erst gibt. Wintert die Maschine richtig ein und fahrt den Vergaser dabei leer oder konserviert ihn. Ein Kraftstoffstabilisator hilft, wenn Sprit länger steht. Und ein Wasserabscheider hält das Wasser aus dem System. Diese paar Handgriffe im Herbst ersparen euch die Fummelei am ersten schönen Tag im Frühling.

Dieter zeigt die Überholung in der Werkstatt

Im Video seht ihr, wie wir einen verdreckten Vergaser zerlegen, im Ultraschallbad reinigen und mit einem Kit wieder fit machen.

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Das Wichtigste in einem Satz

Ein verharzter Vergaser ist Schwerstarbeit für nichts, wenn man ihn hätte vermeiden können. Reinigt ihn gründlich, erneuert die Verschleißteile mit dem passenden Kit, und beugt mit richtigem Einwintern vor. Dann läuft die Gurke wieder, und ihr kommt aufs Wasser, statt in der Halle zu schrauben.

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