Moin, ihr Lieben. Es gibt an Bord ein kleines, unscheinbares Teil aus schwarzem Gummi, das über Leben und Tod eures Motors entscheidet: den Impeller. Er kostet wenig, sitzt versteckt, und genau deshalb wird er gern vergessen. Dabei ist er die wichtigste regelmäßige Wartung überhaupt, denn ohne ihn wird kein Tropfen Kühlwasser gefördert. Schauen wir uns an, was er macht, woran ihr einen müden Impeller erkennt und wie ihr ihn selbst wechselt.

Was der Impeller überhaupt tut

Der Impeller ist das Herz eurer Wasserpumpe. Es ist ein Gummirad mit mehreren biegsamen Flügeln, das sich in einem Gehäuse dreht und dabei das Seewasser ansaugt und weiterdrückt. Dieses Wasser kühlt anschließend den Motor. Solange der Impeller frische, weiche Flügel hat, fördert er zuverlässig. Wird das Gummi hart, reißen die Flügel ein oder brechen ab, kommt schlicht zu wenig Wasser durch, und die Maschine wird zu heiß. Dann ist der Weg zum teuren Motorschaden nicht mehr weit.

Warum ein Impeller stirbt

Drei Dinge setzen dem Impeller zu. Das erste ist schlichtes Alter, denn Gummi wird mit den Jahren hart und spröde. Das zweite ist Trockenlauf. Läuft die Pumpe auch nur kurz ohne Wasser, zum Beispiel beim Spülen an Land ohne Wasserzufuhr, sind die Flügel in Sekunden hinüber. Und das dritte sind Fremdkörper und Schmutz, die das weiche Gummi beschädigen. Deshalb gilt: niemals die Maschine ohne Wasserzufuhr laufen lassen, auch nicht für einen kurzen Moment.

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So erkennt ihr einen müden Impeller

Das deutlichste Zeichen seht ihr am Auspuff. Kommt dort weniger Kühlwasser heraus als sonst oder kommt es nur noch stoßweise, ist das ein Alarmsignal. Steigt dazu die Temperaturanzeige, wird es ernst. Und wer beim Wechsel einen Impeller in der Hand hält, dessen Flügel hart, rissig oder abgebrochen sind, weiß sofort, dass er gerade rechtzeitig dran war.

„Ein Impeller kostet ein paar Euro, ein überhitzter Motor das Tausendfache. Diese Rechnung sollte sich wirklich jeder merken.“

Schritt für Schritt: den Impeller wechseln

  • Pumpe finden und öffnen. Den Deckel der Wasserpumpe abschrauben. Achtet euch beim Öffnen die Lage, damit ihr den neuen wieder richtig einsetzt.
  • Alten Impeller herausziehen. Das geht oft mit zwei Schraubendrehern oder einer Zange, vorsichtig und gleichmäßig.
  • Flügel zählen. Das ist der wichtigste Schritt überhaupt. Sind Flügel abgebrochen, müsst ihr die Bruchstücke finden, denn sie setzen sich weiter vorne im System fest und verstopfen die Kühlung. Fehlt ein Stück, sucht so lange, bis ihr es habt.
  • Gehäuse prüfen. Schaut euch den Verschleißring und die Dichtung an und tauscht sie bei Bedarf gleich mit.
  • Neuen Impeller einsetzen. Etwas Gleitmittel oder Spülmittel auf die Flügel, dann hineindrehen. Achtet auf die richtige Drehrichtung, die Flügel müssen passend gebogen sitzen.
  • Deckel mit neuer Dichtung schließen. Sauber anziehen, fertig.

Welcher Impeller ist der richtige?

Hier wird oft gespart, und das rächt sich. Ein Impeller muss genau zu eurer Pumpe und eurem Motor passen, denn schon kleine Abweichungen in Größe oder Flügelzahl bedeuten weniger Förderung oder einen Impeller, der gar nicht erst sauber läuft. Achtet beim Kauf auf die richtige Teilenummer und im Zweifel lieber auf Markenqualität als auf das billigste Angebot aus dem Netz. Manche Antriebe haben außerdem eine vorgeschriebene Einbaurichtung, und ein verkehrt herum eingesetzter Impeller fördert schlecht und reißt schnell. Wer unsicher ist, fragt lieber einmal nach, bevor das falsche Teil verbaut ist.

Die häufigsten Fehler beim Wechsel

Drei Dinge sehe ich immer wieder. Der erste Fehler ist die falsche Drehrichtung der Flügel beim Einsetzen, dann arbeitet der Impeller gegen sich selbst. Der zweite ist das Übersehen abgebrochener Flügelstücke, die sich dann weiter vorne festsetzen und die Kühlung verstopfen, obwohl der neue Impeller längst drin ist. Und der dritte ist der Trockenlauf gleich nach dem Einbau, weil jemand die Maschine kurz ohne Wasserzufuhr startet. Wer diese drei Fehler vermeidet, hat lange Freude an seinem frischen Impeller.

Wie oft, und ein paar Tipps

Wechselt den Impeller regelmäßig nach Herstellervorgabe, oft heißt das einmal im Jahr oder nach einer bestimmten Stundenzahl. Wartet nicht, bis er reißt. Habt am besten immer einen Ersatzimpeller an Bord, denn er ist klein, billig und im Notfall Gold wert. Und merkt euch die goldene Regel: Lasst die Maschine niemals trocken laufen, denn das ist der schnellste Weg, einen frischen Impeller sofort zu ruinieren.

Dieter zeigt den Wechsel in der Werkstatt

Im Video seht ihr, wie wir die Pumpe öffnen, den Impeller herausnehmen und worauf es beim Zählen der Flügel und beim Einsetzen ankommt.

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Das Wichtigste in einem Satz

Der Impeller ist klein, billig und überlebenswichtig für euren Motor. Wechselt ihn regelmäßig, zählt beim Ausbau immer die Flügel, und lasst die Maschine nie ohne Wasser laufen. Dann hält euer Motor, was er verspricht, und ihr steht im Sommer auf dem Wasser statt im Frühjahr in meiner Halle.

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