Moin, ihr Lieben. Unter der Wasserlinie tobt ein ständiger Kampf gegen Muscheln, Algen und Bewuchs, und euer Werkzeug dagegen heißt Antifouling. Macht ihr es richtig, habt ihr eine Saison Ruhe und ein sauberes, schnelles Unterwasserschiff. Macht ihr es falsch, könnt ihr den teuren Eimer Farbe im Frühjahr gleich wieder abkratzen. Und eins sage ich euch vorweg: Beim Antifouling entscheidet sich alles am Untergrund. Schauen wir uns an, wie ihr es ordentlich auftragt.
Warum Antifouling überhaupt sein muss
Liegt ein Boot im Wasser, siedeln sich schon nach kurzer Zeit Algen, Muscheln und allerlei Getier am Rumpf an. Das ist nicht nur unschön, es kostet richtig. Ein bewachsener Rumpf bremst, frisst dadurch deutlich mehr Sprit und macht das Boot träge. Schlimmer noch: Bewuchs kann Kühlwasseransaugung und Antrieb zusetzen und so echte Schäden anrichten. Antifouling legt eine Schutzschicht auf, die genau diesen Bewuchs verhindert. Deshalb gehört es für jedes Boot, das längere Zeit im Wasser liegt, zur Pflege dazu.
Der Untergrund entscheidet alles
Jetzt zum wichtigsten Punkt, und den könnt ihr euch nicht oft genug sagen: Antifouling hält nur so gut wie der Untergrund, auf dem es klebt. Tragt ihr frische Farbe auf eine alte, lose, abblätternde Schicht auf, löst sich das Ganze wieder ab, und ihr habt umsonst gearbeitet. Deshalb gehört der Untergrund zuerst in Ordnung gebracht: lose Reste entfernen, die Fläche anschleifen, sauber und trocken machen. Wer hier schludert, kann sich die ganze Arbeit sparen. Wer es ordentlich macht, hat lange etwas davon.
„Beim Antifouling entscheidet sich alles am Untergrund. Wer hier schludert, streicht zweimal. Wer sauber arbeitet, hat eine Saison Ruhe.“
Schritt für Schritt auftragen
- Untergrund vorbereiten. Lose alte Farbe entfernen, anschleifen, reinigen, trocknen lassen. Das ist die halbe Arbeit.
- Abkleben. Die Wasserlinie sauber abkleben, damit eine ordentliche Kante entsteht.
- Anoden frei lassen. Und jetzt aufgepasst: Die Opferanoden werden niemals überpinselt, sonst schaltet ihr euren Korrosionsschutz ab. Klebt sie ab und lasst sie blank.
- Auftragen. Das Antifouling gleichmäßig mit Rolle oder Pinsel auftragen, in der vom Hersteller vorgegebenen Schichtdicke. Lieber zwei ordentliche Schichten als eine zu dünne.
- Kanten und Übergänge nicht vergessen. Gerade am Kiel und an den Kanten setzt sich der Bewuchs gern fest, hier sorgfältig arbeiten.
Welche Farbe ist die richtige?
Antifouling ist nicht gleich Antifouling. Es gibt selbstpolierende Farben, die sich im Laufe der Saison langsam abtragen, und harte Beschichtungen, die für schnellere Boote oder das Trailern besser geeignet sind. Welche zu euch passt, hängt vom Boot, vom Gewässer und von der Nutzung ab. Im Zweifel fragt im Fachhandel oder in der Werkstatt nach, denn die richtige Wahl spart euch Ärger. Beachtet außerdem die örtlichen Vorschriften, denn manche Mittel sind in bestimmten Gewässern nicht erlaubt.
Schützt euch selbst
Eins, das gern vergessen wird: Antifouling ist Gift, und das soll es ja auch sein, denn es soll Bewuchs abhalten. Genau deshalb müsst ihr euch beim Arbeiten schützen. Tragt Handschuhe, eine Schutzbrille und beim Schleifen unbedingt eine geeignete Atemschutzmaske, denn der Schleifstaub der alten Schichten ist alles andere als gesund. Arbeitet möglichst im Freien oder gut belüftet, und entsorgt Reste und Schleifstaub ordnungsgemäß und nicht einfach im Hausmüll oder am Boden. Eure Gesundheit und die Umwelt danken es euch.
Die richtige Zeit und Temperatur
Antifouling will bei passenden Bedingungen aufgetragen werden. Zu kalt, zu feucht oder in der prallen Sonne trocknet es schlecht oder hält nicht richtig. Haltet euch an die Temperatur- und Trockenzeiten, die der Hersteller angibt, und plant zwischen den Schichten genug Zeit ein. Und denkt an die richtige Spanne zwischen letztem Anstrich und dem Zuwasserlassen, denn auch die steht auf der Dose. Wer hier hektisch wird, ruiniert die ganze schöne Vorarbeit.
Die häufigsten Fehler
Drei Dinge sehe ich immer wieder. Der erste ist die frische Farbe auf einem schlechten Untergrund, die sich prompt wieder löst. Der zweite ist die überpinselte Anode, die den Korrosionsschutz lahmlegt. Und der dritte ist eine zu dünn aufgetragene Schicht, die den Bewuchs nicht lange abhält. Wer diese drei Fehler vermeidet, hat ein sauberes Unterwasserschiff und spart sich die Doppelarbeit.
Das Wichtigste in einem Satz
Antifouling ist keine Hexerei, aber es verzeiht keine Schludrigkeit. Bringt den Untergrund sauber in Ordnung, lasst die Anoden blank, tragt ordentlich auf, und ihr habt eine Saison lang Ruhe vor Muscheln und Algen. Dann gleitet euer Boot, statt sich durchs Wasser zu quälen.
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