Sie kann den schönsten Törn verderben und trifft selbst erfahrene Segler: die Seekrankheit. Das flaue Gefühl im Magen, die Blässe, der Wunsch, einfach nur festen Boden unter den Füßen zu haben, kennen viele. Die gute Nachricht ist, dass man der Seekrankheit nicht hilflos ausgeliefert ist. Mit dem richtigen Verhalten lässt sie sich oft vermeiden oder zumindest lindern. Dieser Beitrag erklärt, warum sie entsteht und was wirklich hilft.
Warum uns das Schaukeln umhaut
Seekrankheit entsteht durch einen Konflikt der Sinne. Euer Gleichgewichtsorgan im Innenohr meldet dem Gehirn die ständige Bewegung des Bootes, während die Augen, etwa beim Blick auf die nahe Kajüte oder eine Karte, eine ruhige Umgebung sehen. Dieser Widerspruch zwischen Fühlen und Sehen bringt das System durcheinander, und der Körper reagiert mit Übelkeit. Das ist keine Schwäche und keine Frage des Charakters, sondern eine ganz normale körperliche Reaktion, die fast jeden treffen kann. Wer das versteht, geht entspannter damit um.
Vorbeugen ist besser als behandeln
Der wichtigste Grundsatz lautet: Handelt, bevor die Übelkeit da ist, denn ist sie erst einmal voll ausgeprägt, hilft kaum noch etwas. Die wirksamste Maßnahme ist, den Blick auf den Horizont zu richten, denn die feste Linie gibt den Augen den Bezugspunkt, den sie brauchen. Bleibt an Deck an der frischen Luft, denn die stickige, schaukelnde Kajüte ist Gift. Beschäftigt euch, übernehmt das Ruder, denn wer steuert, ist meist weniger anfällig als der passive Mitfahrer. Haltet euch in der Mitte des Bootes auf, wo die Bewegung am geringsten ist, und startet ausgeruht und mit etwas Leichtem im Magen, niemals nüchtern oder übermüdet.
„Gegen Seekrankheit hilft der Horizont, die frische Luft und eine Aufgabe. Wer mit dem Kopf über der Seekarte unter Deck sitzt, lädt sie geradezu ein.“
Was sonst noch hilft
Reicht das Verhalten nicht, gibt es weitere Mittel. Medikamente gegen Reisekrankheit können helfen, machen aber oft müde, weshalb man sie vorher ausprobieren sollte. Pflaster und Akupressurbänder am Handgelenk helfen manchen, andere schwören auf Ingwer. Was wirkt, ist individuell verschieden, deshalb lohnt es sich, das eigene Mittel zu finden, bevor man es dringend braucht. Und ein Trost: Der Körper gewöhnt sich an die Bewegung. Die meisten bekommen nach den ersten ein bis drei Tagen ihre Seebeine und sind den Rest des Törns beschwerdefrei. Solche Mittel gehören in die Bordapotheke.
Seekrankheit vermeiden auf einen Blick
| Maßnahme | Warum sie hilft |
|---|---|
| Horizont fixieren | gibt den Augen einen festen Bezugspunkt |
| An Deck bleiben | frische Luft statt stickiger Kajüte |
| Selbst steuern | Beschäftigung beugt vor |
| Mitte des Bootes | dort ist die Bewegung am geringsten |
| Ausgeruht starten | etwas Leichtes essen, nicht nüchtern oder müde |
Kein Grund, an Land zu bleiben
Seekrankheit ist unangenehm, aber sie ist kein Grund, dem Wasser fernzubleiben. Wer rechtzeitig vorbeugt, den Horizont sucht, an Deck bleibt und sich beschäftigt, kommt meist gut durch, und der Körper gewöhnt sich schneller, als die meisten denken. Findet euer persönliches Rezept, geht entspannt damit um, und plant gerade den ersten Törn so, dass er nicht gleich in rauer See beginnt. Dann wird aus der gefürchteten Seekrankheit höchstens eine kurze Episode am Anfang. Wie ihr den Einstieg sanft plant, lest ihr unter So planst du deinen ersten Törn.
Häufig gestellte Fragen
Wie entsteht Seekrankheit?
Durch einen Konflikt der Sinne. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr meldet die Bewegung des Bootes, während die Augen eine ruhige Umgebung sehen, etwa beim Blick auf die Kajüte oder eine Karte. Dieser Widerspruch löst die Übelkeit aus.
Was hilft am besten gegen Seekrankheit?
Den Blick auf den Horizont richten, an Deck an der frischen Luft bleiben, sich beschäftigen oder selbst steuern, sich in der Mitte des Bootes aufhalten und ausgeruht mit etwas Leichtem im Magen starten. Wichtig ist, vorzubeugen, bevor die Übelkeit da ist.
Helfen Medikamente gegen Seekrankheit?
Sie können helfen, machen aber oft müde, weshalb man sie vorher ausprobieren sollte. Auch Akupressurbänder oder Ingwer helfen manchen. Was wirkt, ist individuell verschieden, deshalb sollte man sein Mittel finden, bevor man es braucht.
Geht Seekrankheit wieder weg?
Meist ja. Der Körper gewöhnt sich an die Bewegung, und die meisten bekommen nach den ersten ein bis drei Tagen ihre Seebeine und sind den Rest des Törns beschwerdefrei.
Weiterlesen: Erste Hilfe an Bord und die Bordapotheke · So planst du deinen ersten Törn
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