Moin, ihr Lieben. Über Trailer wird wenig geredet, und das rächt sich. Hier kommen die Leute an und sagen, hinten wackelt das Rad. Dann guckt man nach, und Radlager waren da mal. Eigentlich sind sie nicht mehr da.

Das Boot wird gepflegt, poliert, eingewintert. Der Trailer steht daneben und wird angeguckt, wenn er nicht mehr fährt.

Dabei ist er das einzige Teil in dieser Kombination, das mit 80 Sachen über die Autobahn muss.

Die Elektrik ist die größte Katastrophe

Ich fange damit an, weil es die häufigste Fehlerquelle überhaupt ist. Lampe hinten rechts geht nicht, Blinker links geht nicht, Kennzeichenbeleuchtung tot. Kennt ihr, oder?

Das liegt fast nie an der Lampe. Das liegt an den Kontakten.

  • Die Steckdose am Zugfahrzeug korrodiert, weil sie hinten unter dem Stoßfänger sitzt und jeden Spritzer abbekommt. Reinigen, dann schützen.
  • Der Stecker am Trailer. Diese billigen schwarzen Plastikdinger, die man einfach zusammenklippt, könnt ihr euch im Laden ansehen und dann quer durch die Bude werfen. Die taugen nichts. Nehmt einen Aluminiumgussstecker mit ordentlichen Kontakten.
  • Die Adern im Kabel. Die einzelnen Drähtchen oxidieren, und dann liegt zwar noch Spannung an, aber der Strom kommt nicht mehr durch. Da hilft nur abschneiden, ein Stück zurück ins gesunde Kupfer und ordentlich neu anschließen, am besten mit Aderendhülsen.
  • Der Querschnitt. Viele Trailerkabel sind ab Werk zu dünn. Wer neu verlegt, nimmt lieber eine Nummer dicker. Kostet fast nichts und macht Schluss mit funzelnden Rückleuchten.

Und der kleine grüne Teufel sitzt hier besonders gern, also die Oxidation an den Kontakten. Sprüht die Steckverbindung nach dem Slippen ab, das ist Salzwasser gewesen.

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Radlager, Auflaufbremse, Trailerelektrik: Wenn der Trailer Ärger macht, hilft eine Werkstatt, die Boote und Anhänger kennt. Der Bootsdoktor macht beides.
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Radlager: das Teil, das euch stehen lässt

Ein Bootstrailer hat ein Problem, das ein normaler Anhänger nicht hat: Er wird mit warmgefahrenen Radlagern ins kalte Wasser geschoben.

Was dabei passiert, ist simple Physik. Die warme Nabe kühlt schlagartig ab, die Luft darin zieht sich zusammen, und was nachströmt, ist Wasser. Beim Salzwasser wird daraus eine Paste, die kein Fett mehr ist.

Prüfen geht ohne Werkzeug: Bock das Rad auf, pack es oben und unten und wackel. Spürt ihr Spiel, ist das Lager fällig. Dreht das Rad und horcht, ein mahlendes Geräusch ist dasselbe Urteil.

Und einmal im Jahr gehört neues Radlagerfett hinein, bei Salzwasserbooten lieber öfter. Das ist eine Stunde Arbeit und der Unterschied zwischen Werkstatt und Standstreifen.

Die Auflaufbremse, auf die kaum jemand achtet

Bei der Bremse wird es ernst, deshalb sage ich es deutlich: Da hängt euer Leben dran und das der Leute hinter euch.

Der Klassiker ist der festgerostete Bremszug. Der Trailer steht ein halbes Jahr, das Seil sitzt fest, und beim ersten Bremsen macht die Auflaufbremse gar nichts oder sie bleibt hängen und die Trommel wird heiß.

  • Vor der ersten Fahrt im Jahr die Auflaufeinrichtung von Hand durchdrücken. Sie muss weich einfedern und von selbst zurückkommen.
  • Handbremse anziehen und ein Stück ziehen. Die Räder müssen spürbar bremsen. Tun sie es nicht, sind die Backen abgefahren oder die Bremse ist nicht nachgestellt.
  • Rückwärtsfahren testen. Das muss gehen, ohne dass sich die Kombination festbremst.
  • Nach dem Slippen niemals mit angezogener Handbremse abstellen. Sonst rosten die Backen an der Trommel fest, und das merkt ihr erst beim nächsten Anfahren.
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Reifen, Abspannung und der Rest

Die Reifen. Bei Trailern ist nicht das Profil das Problem, sondern das Alter. Die Dinger fahren zweitausend Kilometer im Jahr und stehen den Rest der Zeit in der Sonne. Guckt auf die vierstellige DOT-Nummer in der Flanke, das sind Woche und Jahr. Alles ab sechs Jahren gehört kritisch angesehen, ab acht Jahren herunter, egal wie gut das Profil noch aussieht.

Die Abspannung. Das Boot gehört V-förmig niedergezurrt, nicht senkrecht nach unten. Zwei Gurte, die schräg nach vorn und hinten ziehen, halten das Boot auch gegen Längsbewegung. Ein Gurt gerade über den Rumpf hält gar nichts, wenn ihr scharf bremst.

Und im Winterlager gehört die Spannung von den Gurten runter, sonst drückt ihr euch eine Delle in den Rumpf. Dazu haben wir einen eigenen Artikel.

Das Stützrad. Wird immer vergessen und ist immer schwergängig. Einmal fetten, einmal die Klemmung prüfen.

Die Stützlast. Steht am Zugfahrzeug und an der Deichsel, und zwar beides. Der kleinere Wert gilt. Zu wenig Stützlast bringt die Kombination bei Tempo ins Schlingern, und das ist die Ursache für die Hälfte der Trailerunfälle, die man auf Videos sieht.

Der Gang vor dem Winterlager

Wenn das Boot sowieso runterkommt, ist der Trailer frei. Nutzt das, im Frühjahr habt ihr keine Lust dazu.

Räder ab, Lager prüfen und fetten, Bremse kontrollieren, Stecker aufmachen und nachsehen, Beleuchtung durchklingeln. Einen halben Samstag, und ihr habt im April keinen Ärger.

Merksatz: Am Boot sieht jeder hin, am Trailer keiner. Kaputt geht meistens der Trailer.

Das war’s von eurem Bootsdoktor aus Pretzier. Macht’s gut und wackelt mal an euren Rädern.

Häufig gestellte Fragen


Warum gehen am Bootstrailer ständig die Lampen aus?

Meist liegt es nicht an den Lampen, sondern an korrodierten Kontakten. Betroffen sind die Steckdose am Zugfahrzeug, der Stecker am Trailer und die einzelnen Adern im Kabel. Billige Plastikstecker gehören ersetzt durch Aluminiumgussstecker mit ordentlichen Kontakten, oxidierte Adern schneidet man bis ins gesunde Kupfer zurück. Wer neu verlegt, nimmt einen größeren Querschnitt.


Wie oft muss ich die Radlager am Bootstrailer prüfen?

Mindestens einmal im Jahr, bei Salzwassernutzung öfter. Bootstrailer werden mit warmen Lagern ins kalte Wasser geschoben, dabei zieht sich die Luft in der Nabe zusammen und Wasser wird angesaugt. Prüfen geht ohne Werkzeug: Rad aufbocken, oben und unten anfassen und wackeln. Spürbares Spiel oder ein mahlendes Geräusch heißt, das Lager ist fällig.


Wie alt dürfen Trailerreifen sein?

Beim Trailer entscheidet das Alter, nicht das Profil, weil er wenig fährt und viel steht. Die vierstellige DOT-Nummer in der Reifenflanke nennt Woche und Jahr der Herstellung. Ab etwa sechs Jahren solltest Du die Reifen kritisch prüfen, ab acht Jahren gehören sie herunter, auch wenn das Profil noch gut aussieht.


Wie wird ein Boot richtig auf dem Trailer verzurrt?

V-förmig, also mit Gurten, die schräg nach vorn und hinten ziehen, nicht senkrecht über den Rumpf. Nur so ist das Boot auch gegen Längsbewegung beim Bremsen gesichert. Im Winterlager wird die Spannung dagegen gelöst, sonst drückt der Gurt über Monate eine bleibende Mulde in den Rumpf.


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