Vor Anker zu liegen gehört zu den schönsten Erlebnissen an Bord: kein Hafengeld, kein Trubel, nur das eigene Boot in einer stillen Bucht. Doch sicheres Ankern ist eine Kunst, die geübt sein will, und bei Starkwind trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer das Ankermanöver beherrscht und weiß, wie er sich auf raues Wetter vorbereitet, schläft auch dann ruhig, wenn es nachts bläst. Schauen wir uns an, wie gutes Ankern gelingt.

Die richtige Bucht und das Manöver

Gutes Ankern beginnt mit der Wahl der Bucht. Sie sollte Schutz vor der erwarteten Windrichtung bieten, einen guten Ankergrund haben und genug Platz für den Schwojkreis lassen, also den Kreis, in dem das Boot um seinen Anker pendelt. Beim Manöver fährt ihr langsam gegen den Wind an die gewählte Stelle, nehmt die Fahrt heraus und lasst den Anker fallen, während das Boot leicht zurücktreibt. So legt sich die Kette gestreckt aus, statt sich auf einen Haufen zu legen. Dann steckt ihr genug Kette und fahrt den Anker mit etwas Rückwärtsschub ein, bis er sicher hält. Welcher Anker und wie viel Kette dafür nötig sind, zeigen die Beiträge zu den Anker-Typen und zur Ankerkette.

Ankern unter Segeln

Wer ohne Motor ankert, etwa weil die Maschine ausgefallen ist oder aus sportlichem Anspruch, braucht etwas mehr Übung. Hier nähert ihr euch der Ankerstelle am Wind, nehmt durch Anluven die Fahrt heraus und lasst den Anker fallen, sobald das Boot zum Stehen kommt und beginnt, rückwärts zu treiben. Die Segel werden dabei gefiert oder geborgen, damit sie keinen Vortrieb mehr geben. Das verlangt ein gutes Gefühl für Wind und Fahrt, ist aber eine wertvolle Fähigkeit, die zeigt, dass man sein Boot wirklich beherrscht.

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„Ein Anker hält nicht durch sein Gewicht, sondern durch sauberes Einfahren und genug Kette. Wer das Manöver hetzt, liegt in der ersten Bö plötzlich woanders, oft an der falschen Stelle.“

Bei Starkwind: Vorsicht und Vorbereitung

Kündigt sich kräftiger Wind an, gilt erhöhte Aufmerksamkeit. Steckt mehr Kette als bei ruhigem Wetter, denn je flacher der Zugwinkel, desto besser hält der Anker. Bei sehr viel Wind kann ein zweiter Anker zusätzlichen Halt geben. Ganz wichtig ist die Ankerwache: Behaltet im Blick, ob das Boot seine Position hält oder zu treiben beginnt, notfalls über Landmarken oder die Ankeralarm-Funktion des Plotters. Haltet außerdem die Maschine bereit, um im Notfall sofort eingreifen zu können. Wer eine raue Nacht erwartet, sucht im Zweifel lieber einen sicheren Hafen auf, als sich auf den Anker zu verlassen.

Sicher ankern auf einen Blick

SchrittWorauf es ankommt
Bucht wählenSchutz, guter Grund, Platz zum Schwojen
Manövergegen den Wind, Anker beim Zurücktreiben fallen
Einfahrengenug Kette, mit Rückwärtsschub festsetzen
Starkwindmehr Kette, evtl. zweiter Anker, Maschine bereit
AnkerwachePosition kontrollieren, Ankeralarm nutzen

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Die Belohnung: ruhige Nächte

Sicheres Ankern schenkt euch das wertvollste Gut auf einem Törn: die freie Wahl, wo ihr die Nacht verbringt, fernab vom Hafentrubel. Wählt die Bucht mit Bedacht, fahrt den Anker sauber ein, steckt genug Kette und behaltet bei Wind die Wache. Dann wird aus dem Ankern kein nervöses Wachliegen, sondern das, was es sein soll: der schönste Schlafplatz, den ein Boot zu bieten hat. Schöne Ankerbuchten findet ihr etwa im Beitrag zu Kroatien und der Adria.

Häufig gestellte Fragen


Wie

Eine geschützte Bucht mit gutem Grund und Platz zum Schwojen wählen, langsam gegen den Wind anfahren, die Fahrt herausnehmen und den Anker beim Zurücktreiben fallen lassen. Dann genug Kette stecken und den Anker mit etwas Rückwärtsschub einfahren, bis er sicher hält.


Wie

Als Faustregel das Drei- bis Fünffache der Wassertiefe, bei Starkwind eher mehr. Je flacher der Zugwinkel durch genug Kette, desto besser gräbt sich der Anker ein und hält.


Wie

Mehr Kette stecken, bei sehr viel Wind einen zweiten Anker erwägen und eine Ankerwache halten, also die Position über Landmarken oder den Ankeralarm kontrollieren. Die Maschine sollte bereit sein, um notfalls sofort eingreifen zu können.


Kann

Ja. Man nähert sich der Ankerstelle am Wind, nimmt durch Anluven die Fahrt heraus und lässt den Anker fallen, sobald das Boot steht und beginnt zurückzutreiben. Die Segel werden dabei gefiert oder geborgen. Das verlangt ein gutes Gefühl für Wind und Fahrt.


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