Über den Anker wird viel geredet, über das, was dahinter kommt, viel zu wenig. Dabei entscheidet die Kette mindestens so sehr über eine ruhige Nacht vor Anker wie der Anker selbst. Sie hält den Zug flach, dämpft die Rucke und sorgt dafür, dass der Anker sich überhaupt richtig eingraben kann. Wer sein Ankergeschirr falsch dimensioniert, hat das beste Stück Metall am Bug und trotzdem keinen sicheren Halt. Schauen wir uns an, wie Kette und Geschirr richtig ausgelegt werden.

Warum die Kette so wichtig ist

Die Kette erfüllt zwei Aufgaben, die zusammenwirken. Erstens zieht ihr Eigengewicht den Anker flach in den Grund, statt ihn nach oben aus dem Boden zu hebeln. Genau dieser flache Zugwinkel ist es, der den Anker sich tief eingraben lässt. Zweitens wirkt die durchhängende Kette wie ein Stoßdämpfer: Wenn eine Bö am Boot zerrt, muss sie erst die Kette straffen, bevor die Last am Anker ankommt, und das nimmt den harten Ruck heraus. Eine zu leichte oder zu kurze Kette kann beides nicht leisten, und dann bricht der Anker bei jeder Bö aus.

Der richtige Durchmesser

Die Stärke der Kette richtet sich nach der Größe und dem Gewicht des Bootes sowie nach dem Bugbeschlag und der Ankerwinsch. Eine zu dünne Kette ist ein Sicherheitsrisiko, eine zu dicke passt womöglich nicht über die Nuss der Winsch und bringt unnötiges Gewicht in den Bug. Hier lohnt sich der Blick in die Empfehlungen des Bootsherstellers und des Winschherstellers, denn beide müssen zur Kette passen. Wichtig ist außerdem, dass Kette und Winsch wirklich zueinander passen, sonst rutscht die Kette durch oder klemmt.

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Die richtige Länge

Hier wird der häufigste Fehler gemacht: zu wenig Kette stecken. Als Faustregel gilt das Drei- bis Fünffache der Wassertiefe an Kette, bei viel Wind, Welle oder schlechtem Grund eher mehr. Diese Länge sorgt für den flachen Zugwinkel, auf den es ankommt. Wer nur knapp steckt, weil es schnell gehen soll, riskiert genau die Nacht, in der der Wind auffrischt. Eine Markierung der Kette in festen Abständen, etwa mit farbigen Kabelbindern oder eingefärbten Gliedern, hilft, im Dunkeln die gesteckte Länge zu kennen. Plant deshalb von Anfang an genug Kette an Bord ein, lieber etwas mehr als zu wenig.

„Der häufigste Ankerfehler ist nicht der falsche Anker, sondern zu wenig Kette. Der flache Zug entscheidet über den Halt, und der kommt nur mit genug Länge zustande.“

Das ganze Geschirr muss stimmen

Ein Ankergeschirr ist eine Kette aus mehreren Gliedern im wahrsten Sinne, und es ist nur so stark wie sein schwächstes. Dazu gehören der Anker, die Kette, ein kräftiger Wirbel gegen das Vertörnen, die Verbindung zwischen Kette und Anker sowie der Bugbeschlag und die Befestigung im Boot, der sogenannte bittere Ende. Genau dieses Ende sollte am Schiff befestigt sein, aber mit einer Leine, die sich im Notfall schnell kappen lässt. Prüft alle Verbindungen regelmäßig auf Verschleiß und Korrosion, denn ein gerissener Schäkel macht das beste Geschirr wertlos.

Ankergeschirr richtig dimensionieren

BauteilWorauf es ankommt
Kettendurchmessernach Bootsgröße, passend zu Bug und Winsch
Kettenlänge3- bis 5-fache Wassertiefe, bei Wind mehr
Wirbelverhindert das Vertörnen des Ankers
Verbindungenkräftig, regelmäßig auf Korrosion prüfen
Bitteres Endeam Schiff gesichert, im Notfall kappbar

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Sicherheit, die sich auszahlt

Ein gut dimensioniertes Ankergeschirr ist eine der besten Investitionen in ruhige Nächte. Wähle die Kette passend zu deinem Boot, steck immer genug Länge, halte das ganze Geschirr in Schuss, und fahre den Anker sorgfältig ein. Dann wird der Moment, in dem die Kette ausrauscht, kein nervöser, sondern ein guter, ob in einer einsamen Bucht oder in einem belebten Ankerrevier. Wie du den Anker selbst wählst, liest du im Vergleich der Anker-Typen.

Häufig gestellte Fragen


Wie

Als Faustregel das Drei- bis Fünffache der Wassertiefe, bei viel Wind, Welle oder schlechtem Grund eher mehr. Diese Länge sorgt für den flachen Zugwinkel, der den Anker im Grund hält.


Warum

Ihr Gewicht zieht den Anker flach in den Boden, sodass er sich eingraben kann, und der Kettendurchhang dämpft die Rucke bei Böen. Eine zu leichte oder zu kurze Kette kann beides nicht leisten.


Welchen

Der Durchmesser richtet sich nach Größe und Gewicht des Bootes und muss zu Bugbeschlag und Ankerwinsch passen. Die Empfehlungen von Boots- und Winschhersteller geben die richtige Größe vor.


Was

Anker, Kette, ein kräftiger Wirbel, die Verbindung zwischen Kette und Anker sowie der Bugbeschlag und das am Schiff gesicherte, im Notfall kappbare bittere Ende. Alle Verbindungen sollten regelmäßig geprüft werden.


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