Irgendwann erwischt es jeden Segler: Das Wetter dreht auf, der Wind frischt auf, die See wird ruppig. Schlechtwetter ist nichts, wovor man Angst haben muss, aber etwas, dem man mit Respekt und Vorbereitung begegnet. Die gute Nachricht ist, dass eine gut vorbereitete Crew auf einem seetüchtigen Boot erstaunlich viel aushält. Die schlechte ist, dass sich Fehler bei rauem Wetter gnadenlos rächen. Schauen wir uns an, wie gute Seemannschaft eine Schlechtwetterlage meistert.

Die Vorbereitung entscheidet

Schlechtwetter-Seemannschaft beginnt, lange bevor die erste Bö kommt. Wer den Wetterbericht im Blick hat, sieht eine Verschlechterung meist kommen und kann handeln, solange es noch leicht geht. Das heißt: rechtzeitig reffen, also die Segelfläche verkleinern, bevor es nötig wird, denn ein Reff im aufkommenden Sturm ist viel schwerer zu setzen als bei moderatem Wind. Sichert alles an und unter Deck, was herumfliegen kann, schließt die Luken, und bringt die Crew in Sicherheitsausrüstung mit Lifebelt. Ein kurzes Briefing, wer was tut und wo die Sicherheitsmittel sind, schafft Ruhe. Wie und wann ihr refft, zeigt der Beitrag zum Reffen.

Ruhe bewahren und das Boot führen

Kommt das schwere Wetter, ist das Wichtigste die Ruhe. Ein Boot verträgt mehr, als die meisten Crews glauben, und Panik ist der schlechteste Begleiter. Steuert einen Kurs, der das Boot möglichst angenehm durch die Welle bringt, oft schräg zur See statt direkt dagegen oder voll von hinten. Fahrt eine sichere Geschwindigkeit, die das Boot kontrollierbar hält. Bei sehr schwerem Wetter gibt es Taktiken wie das Beiliegen, bei dem das Boot mit minimaler Besegelung ruhig zur Welle liegt, oder das Abhalten vor dem Wind. Welche die richtige ist, hängt von Boot, See und Crew ab.

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„Schwerwetter bestraft nicht den, der draußen ist, sondern den, der unvorbereitet draußen ist. Rechtzeitig reffen und alles sichern sind die halbe Miete, der Rest ist Ruhe.“

Hafen suchen oder draußen bleiben?

Eine der wichtigsten Entscheidungen ist, ob man einen Hafen anläuft oder die See abreitet. Das klingt einfach, ist es aber nicht: Eine Hafeneinfahrt bei Sturm und auflandigem Wind kann gefährlicher sein als das offene Wasser, weil sich an Untiefen und in der Einfahrt gefährliche Brecher bilden. Manchmal ist es sicherer, mit Seeraum nach Luv draußen zu bleiben und das Wetter abzureiten, als eine riskante Einfahrt zu erzwingen. Diese Abwägung verlangt Erfahrung und einen kühlen Kopf. Im Zweifel gilt: Seeraum ist Sicherheit, und eine Entscheidung früh zu treffen ist besser als spät.

Schwerwetter meistern auf einen Blick

PhaseWas zu tun ist
VorbereitungWetter checken, früh reffen, alles sichern
CrewLifebelt anlegen, Briefing, Aufgaben klären
Fahrenangenehmer Kurs zur Welle, sichere Geschwindigkeit
Schwere SeeBeiliegen oder Abhalten je nach Lage
EntscheidungHafen oder Seeraum früh und überlegt wählen

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Erfahrung schlägt Stärke

Schlechtwetter zu meistern ist keine Frage von Kraft, sondern von Vorbereitung, Ruhe und Erfahrung. Steigert euch langsam, sammelt bei moderatem Wind Routine, bevor euch ein echter Sturm trifft, und vertraut auf euer Boot. Mit der richtigen Vorbereitung wird aus einer gefürchteten Lage eine zwar fordernde, aber beherrschbare Erfahrung, aus der ihr als bessere Seeleute hervorgeht. Und denkt an die Crew: Eine ausgeruhte, warme und nicht seekranke Mannschaft hält viel mehr aus, wie der Beitrag zur Sicherheitsausrüstung zeigt.

Häufig gestellte Fragen


Wie bereite ich mich auf Schlechtwetter vor?

Den Wetterbericht im Blick behalten, rechtzeitig reffen, bevor es nötig wird, alles an und unter Deck sichern, die Luken schließen und die Crew mit Lifebelt ausrüsten. Ein kurzes Briefing zu Aufgaben und Sicherheitsmitteln schafft Ruhe.


Wie verhält man sich bei schwerer See?

Ruhe bewahren und einen Kurs steuern, der das Boot möglichst angenehm durch die Welle bringt, oft schräg zur See, bei sicherer Geschwindigkeit. Bei sehr schwerem Wetter helfen Taktiken wie das Beiliegen oder das Abhalten vor dem Wind.


Soll man bei Sturm einen Hafen anlaufen?

Nicht immer. Eine Hafeneinfahrt bei Sturm und auflandigem Wind kann durch Brecher gefährlicher sein als das offene Wasser. Manchmal ist es sicherer, mit Seeraum nach Luv draußen zu bleiben. Die Entscheidung sollte früh und überlegt fallen.


Wann sollte ich reffen?

Rechtzeitig, bevor es nötig wird. Ein Reff im aufkommenden Sturm ist deutlich schwerer zu setzen als bei moderatem Wind. Wer eine Wetterverschlechterung kommen sieht, verkleinert die Segelfläche frühzeitig.


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