Fender und Leinen wirken wie das langweiligste Zubehör an Bord, dabei gehören sie zu dem, was man am häufigsten braucht und am meisten unterschätzt. Sie schützen das Boot beim Anlegen, halten es sicher am Steg und entscheiden im Hafen über Kratzer oder heiles Gelcoat. Wer hier am falschen Ende spart oder die falsche Größe wählt, ärgert sich schnell. Diese Kaufberatung zeigt, worauf es bei Fendern, Leinen und Festmachern wirklich ankommt.

Fender: Größe und Anzahl entscheiden

Ein Fender schützt nur, wenn er groß genug ist. Die richtige Größe richtet sich nach Länge und Gewicht des Bootes, und im Zweifel ist größer besser, denn ein zu kleiner Fender wird beim ersten kräftigen Druck einfach zur Seite gequetscht. Bei der Anzahl gilt die Faustregel, lieber einen mehr als einen zu wenig, üblich sind mehrere pro Seite plus ein bis zwei Reservefender. Neben den klassischen länglichen Fendern gibt es Kugelfender für besondere Situationen und flache Fender für enge Boxen. Wer überwiegend längsseits an Pfähle oder rauere Stege geht, ist mit größeren, robusten Fendern gut beraten.

Leinen: das richtige Material und Maß

Bei den Leinen kommt es auf Material, Durchmesser und Länge an. Festmacherleinen sollten etwas dehnbar sein, damit sie die Rucke abfedern, wenn das Boot am Steg arbeitet, weshalb sich für sie Material mit etwas Dehnung eignet. Der Durchmesser richtet sich nach der Bootsgröße, und auch hier gilt, lieber etwas kräftiger, denn eine zu dünne Leine scheuert schneller durch und liegt unangenehm in der Hand. Bei der Länge plant ihr großzügig: Eine Festmacherleine sollte mindestens so lang sein wie das Boot, besser etwas mehr, damit sie in jeder Hafensituation reicht.

Anzeige
Die richtige Ausrüstung fürs sichere Anlegen? Der Bootsdoktor berät dich zu Fendern, Leinen und Festmachern für dein Boot.
Ausrüstung beim Bootsdoktor →

„Fender und Leinen sind die Knautschzone deines Bootes. An ihnen zu sparen ist, als würde man am Airbag sparen. Im Hafen entscheidet sich daran heiles oder zerkratztes Gelcoat.“

Das gehört zur Grundausstattung

Ein vollständiges Festmacher-Set besteht aus mehreren Leinen für die verschiedenen Aufgaben: Vor- und Achterleine halten das Boot längs, die Springs verhindern, dass es vor und zurück wandert. Dazu kommen genug Fender, ein Scheuerschutz, der die Leinen an Kanten vor dem Durchscheuern bewahrt, und idealerweise eine längere Reserveleine für besondere Lagen. Wer dieses Set an Bord hat und weiß, wie man es einsetzt, meistert jede Hafensituation. Wie ihr die Leinen dabei richtig belegt und knotet, zeigt der Beitrag zu den Knoten.

Fender und Leinen im Überblick

AusrüstungWorauf es ankommt
Fender-Größenach Bootsgröße, im Zweifel größer
Fender-Anzahlmehrere pro Seite plus Reserve
Leinen-Materialetwas dehnbar als Festmacher
Leinen-Längemindestens Bootslänge, besser mehr
SetVor-, Achterleine, Springs, Scheuerschutz

Anzeige

Gut ausgerüstet in jeden Hafen

Fender und Leinen sind keine glamouröse Anschaffung, aber eine, die sich jeden Tag im Hafen auszahlt. Wähle die Fender großzügig, die Leinen kräftig und lang genug, und halte ein vollständiges Set bereit. Prüfe alles regelmäßig auf Verschleiß, denn eine durchgescheuerte Leine versagt im falschen Moment. Mit der richtigen Ausrüstung legst du entspannt an und liegst sicher am Steg, bei jedem Wind. So gelingen auch die Hafenmanöver souverän.

Häufig gestellte Fragen


Welche

Die richtige Größe richtet sich nach Länge und Gewicht des Bootes, und im Zweifel ist größer besser. Ein zu kleiner Fender wird beim ersten kräftigen Druck zur Seite gequetscht und schützt dann nicht mehr.


Wie

Üblich sind mehrere pro Seite plus ein bis zwei Reservefender. Die Faustregel lautet: lieber einen mehr als einen zu wenig, damit für jede Hafensituation genug Schutz da ist.


Welche

Festmacherleinen sollten etwas dehnbar sein, um die Rucke abzufedern, wenn das Boot am Steg arbeitet. Der Durchmesser richtet sich nach der Bootsgröße, im Zweifel etwas kräftiger, und die Länge sollte mindestens die Bootslänge erreichen.


Was

Mehrere Leinen für die verschiedenen Aufgaben: Vor- und Achterleine halten das Boot längs, die Springs verhindern das Wandern. Dazu genug Fender, ein Scheuerschutz gegen das Durchscheuern an Kanten und idealerweise eine längere Reserveleine.


Weiterlesen: Anlegen und Ablegen · Knoten, die jeder können muss