An Bord gibt es eine stille Wahrheit: In dem Moment, in dem ihr einen Knoten wirklich braucht, ist keine Zeit mehr, ihn nachzuschlagen. Dann muss er sitzen, blind, schnell und sicher. Die gute Nachricht ist, dass ihr dafür keine fünfzig Knoten lernen müsst. Eine Handvoll der richtigen genügt für fast jede Situation an Bord, vom Festmachen über das Anschlagen einer Schot bis zum Sichern einer Last. Diese wenigen aber solltet ihr im Schlaf beherrschen.

Warum der richtige Knoten zählt

Ein guter Seemannsknoten hat drei Eigenschaften: Er hält unter Last zuverlässig, er lässt sich auch nach starker Belastung wieder lösen, und er ist schnell zu stecken. Ein falscher oder schlampig gesteckter Knoten dagegen kann sich entweder ungewollt öffnen oder so festziehen, dass er nur noch mit dem Messer aufgeht. Beides will man an Bord nicht. Deshalb lohnt es sich, die wenigen wichtigen Knoten richtig zu lernen, statt viele halb zu können.

Die fünf, die ihr wirklich braucht

Der Palstek ist der König der Knoten. Er legt eine feste Schlaufe, die sich unter Last nicht zuzieht und sich danach trotzdem leicht öffnen lässt. Mit ihm macht ihr eine Leine an einem Poller fest, hängt einen Fender an oder belegt eine Schot. Wer nur einen einzigen Knoten lernt, lernt diesen.

Der Achtknoten ist der Stopperknoten. Ans Ende einer Schot gesteckt, verhindert er, dass die Leine durch einen Block oder einen Klemmenschlitz rutscht. Er ist schnell gesteckt und lässt sich leicht wieder lösen, anders als ein einfacher Überhandknoten, der sich gern festsetzt.

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Das Belegen einer Klampe ist streng genommen kein Knoten, aber mindestens so wichtig. Mit ein paar sauberen Achterschlägen und einem Kopfschlag belegt ihr eine Festmacherleine so, dass sie hält und sich doch jederzeit lösen lässt. Wer das ordentlich kann, erkennt man am Steg sofort. Der Webeleinstek ist der schnelle Knoten, um eine Leine an einer Stange oder einem Geländer zu befestigen, etwa beim Anbringen von Fendern an der Reling. Und der Rundtörn mit zwei halben Schlägen ist der robuste Allrounder, um eine Leine sicher an einem Ring oder Poller festzumachen, gerade unter Dauerlast.

„Fünf Knoten, blind gesteckt, sind mehr wert als fünfzig, die man nachschlagen muss. Übt sie, bis die Hände sie von allein finden.“

Die wichtigsten Knoten im Überblick

KnotenWofür
Palstekfeste Schlaufe, festmachen, Fender anschlagen
AchtknotenStopper am Schotende, verhindert Durchrutschen
Klampe belegenFestmacherleinen sicher und lösbar belegen
Webeleinstekschnelles Befestigen an Stange oder Reling
Rundtörn, zwei halbe Schlägesicheres Festmachen an Ring oder Poller

So lernt ihr sie richtig

Knoten lernt man mit den Händen, nicht mit den Augen. Nehmt euch ein Stück Leine, setzt euch hin und übt jeden Knoten so oft, bis ihr ihn ohne Hinsehen stecken könnt. Übt ihn dann in ungewohnter Lage, über Kopf, hinter dem Rücken, in der Dunkelheit, denn genau so braucht ihr ihn im Ernstfall. Mit ein paar Abenden Übung sitzen die fünf für immer, und das ist eine Investition, die euch ein ganzes Bootsleben begleitet.

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Können, das Sicherheit gibt

Knoten sind kein nostalgisches Brauchtum, sondern gelebte Sicherheit. Eine Leine, die hält, ein Fender, der sitzt, eine Last, die gesichert ist, all das hängt an ein paar Handgriffen, die ihr beherrschen solltet. Sie gehören zur Grundausstattung jedes Bootsfahrers, genau wie die Sicherheitsausrüstung an Bord. Lernt sie einmal richtig, und ihr profitiert davon auf jedem Törn.

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