Moin. Sobald Du vor Anker liegst, stellt sich eine ganz praktische Frage: Wie kommst Du an Land? Das Beiboot, oft Dinghy oder Tender genannt, ist der kleine, unscheinbare Helfer, der über den Komfort eines ganzen Törns entscheidet. Es bringt Dich zum Strand, holt Proviant und dient im Notfall als Rettungsmittel. Doch Beiboot ist nicht gleich Beiboot, und die Wahl zwischen Schlauchboot und Festrumpf will überlegt sein. Schauen wir uns die Optionen an.
Schlauchboot, Festrumpf oder faltbar?
Drei Grundtypen stehen zur Wahl. Das klassische Schlauchboot ist leicht, lässt sich zusammenrollen und gut verstauen, ist aber im Fahrverhalten weniger steif und etwas empfindlicher. Das Festrumpfschlauchboot, kurz RIB, kombiniert einen festen Rumpf aus GFK mit Luftschläuchen und fährt deutlich besser, gerade mit Motor, lässt sich aber nicht klein verpacken und braucht Platz an Deck oder in Davits. Daneben gibt es faltbare Dinghys aus festen Platten, die einen Kompromiss aus Packmaß und Fahrverhalten bieten. Welcher Typ passt, hängt davon ab, wie viel Platz Du hast und wie weit Du fahren willst.
Der richtige Antrieb
Auch beim Antrieb gibt es Abstufungen. Für kurze Wege reichen Riemen, also Rudern, das ohne Technik und Sprit auskommt. Bequemer ist ein kleiner Außenborder, der auch größere Strecken und Strömung mühelos schafft, aber Gewicht, Wartung und Kraftstoff mitbringt. Zunehmend beliebt sind elektrische Außenborder, die leise und wartungsarm sind und für die typischen kurzen Beibootwege gut passen. Überlege, wie weit und wie oft Du fährst, dann ergibt sich der passende Antrieb fast von allein.
„Das Beiboot ist das meistunterschätzte Teil an Bord. Es entscheidet darüber, ob die einsame Bucht ein Traum bleibt oder zur unerreichbaren Kulisse wird.“
Verstauen und sichern
Die größte praktische Frage ist, wohin mit dem Beiboot unterwegs. Ein Schlauchboot lässt sich entlüften und an Deck verstauen, ein RIB liegt an Deck oder hängt in Davits am Heck. Auf kurzen Strecken kann man das Beiboot auch schleppen, doch bei Welle ist das riskant, denn ein vollschlagendes oder kenterndes Dinghy am Schlepp wird schnell zur Gefahr. Für längere Schläge gehört das Beiboot deshalb sicher verstaut. Achte außerdem darauf, das Dinghy vor Anker gut festzumachen, denn ein abgetriebenes Beiboot ist nicht nur ärgerlich, sondern teuer.
Beiboot-Typen im Überblick
| Typ | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Schlauchboot | leicht, klein verstaubar | weniger steif, empfindlicher |
| Festrumpf (RIB) | fährt sehr gut, robust | braucht Platz, nicht faltbar |
| Faltbares Dinghy | Kompromiss aus Packmaß und Fahrt | Aufbau nötig |
Klein, aber entscheidend
Ein gutes Beiboot macht aus dem Ankern erst das Erlebnis, das es sein kann: spontan an Land, zum Strand, in den nächsten Hafen. Wähle den Typ nach Deinem Platz und Deinen Wegen, den Antrieb nach Deiner Reichweite, und denk an eine sichere Unterbringung unterwegs. Vergiss auch die Sicherheit im Dinghy nicht, denn Rettungswesten gehören auch ins kleine Boot. Dann ist der unscheinbare Helfer am Heck genau das, was er sein soll: Deine Brücke zwischen Anker und Land. Wie Du den passenden Liegeplatz findest und das Leben an Bord organisierst, liest Du in den verlinkten Beiträgen.
Häufig gestellte Fragen
Was
Das hängt von Platz und Nutzung ab. Ein Schlauchboot ist leicht und klein verstaubar, fährt aber weniger gut. Ein Festrumpfschlauchboot (RIB) fährt deutlich besser und ist robuster, braucht aber festen Platz an Deck oder in Davits.
Welchen
Für kurze Wege reichen Riemen zum Rudern. Bequemer ist ein kleiner Außenborder für größere Strecken, zunehmend beliebt sind leise, wartungsarme Elektromotoren. Die Wahl richtet sich danach, wie weit und oft man fährt.
Kann
Auf kurzen Strecken bei ruhigem Wasser ja, bei Welle ist es aber riskant, weil ein vollschlagendes oder kenterndes Dinghy am Schlepp zur Gefahr wird. Für längere Schläge gehört das Beiboot sicher an Deck oder in Davits verstaut.
Gehören
Ja. Auch im kleinen Boot gehören Rettungswesten an Bord. Das Beiboot dient zugleich als Rettungsmittel, deshalb sollte es gut in Schuss und sicher ausgerüstet sein.
Weiterlesen: Leben an Bord: was du wirklich brauchst · Liegeplatz finden
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