Moin. Das Traumboot steht im Ausland, der Preis klingt verlockend, und schon spielt mancher mit dem Gedanken, es zu importieren. Das kann sich lohnen, birgt aber Fallstricke, die teuer werden, wenn man sie übersieht. Steuern, CE-Kennzeichnung und Papiere entscheiden darüber, ob aus dem Schnäppchen ein gutes Geschäft wird oder ein Ärgernis. Lass uns nüchtern durchgehen, worauf Du beim Import eines Bootes achten musst, bevor Du Dich von einem günstigen Preis blenden lässt.
EU oder Drittland, das ist die erste Frage
Der wichtigste Punkt zuerst: Kommt das Boot aus einem anderen EU-Land oder aus einem Drittland außerhalb der EU? Innerhalb der EU gilt der freie Warenverkehr. Ein Boot, das nachweislich in der EU versteuert ist, kannst Du in der Regel ohne erneute Einfuhrabgaben kaufen und nach Hause bringen. Anders sieht es bei einem Boot aus einem Drittland aus, etwa aus der Schweiz, Großbritannien oder den USA. Hier fallen bei der Einfuhr in die EU Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an, und die können den vermeintlich günstigen Preis schnell relativieren.
Der Mehrwertsteuer-Nachweis ist Gold wert
Bei einem Gebrauchtboot aus der EU ist ein Dokument entscheidend: der Nachweis, dass die Mehrwertsteuer ordnungsgemäß bezahlt wurde, oft Mehrwertsteuernachweis oder im Englischen VAT-paid genannt. Fehlt dieser Nachweis, kann es passieren, dass die Steuer nachgefordert wird, und dann zahlst Du sie womöglich ein zweites Mal. Lass Dir diesen Nachweis deshalb immer vorlegen und prüfen. Ein Boot ohne sauberen Steuernachweis ist ein Risiko, egal wie verlockend der Preis ist. Das gehört genauso geklärt wie beim Gebrauchtbootkauf der Zustand selbst.
Die CE-Kennzeichnung muss stimmen
Damit ein Boot in der EU verkauft und betrieben werden darf, braucht es in aller Regel eine CE-Kennzeichnung, die bestätigt, dass es den europäischen Bau- und Sicherheitsnormen entspricht. Bei Booten aus EU-Produktion ist das meist kein Problem. Importierst Du dagegen ein Boot aus einem Drittland, das nie für den EU-Markt gebaut wurde, kann die CE-Zertifizierung fehlen. Sie nachträglich über eine sogenannte Einzelabnahme zu beschaffen, ist aufwändig und teuer. Prüfe also vor dem Kauf, ob eine gültige CE-Kennzeichnung vorhanden ist, sonst kauft Du Dir ein Boot, das Du hier gar nicht ohne Weiteres nutzen darfst.
„Beim Importboot zahlst Du nicht nur den Kaufpreis. Steuern, Zoll, Transport und im schlimmsten Fall eine fehlende CE-Abnahme gehören in die Rechnung, bevor Du Ja sagst.“
Transport und die laufenden Kosten
Ein Boot bringt sich nicht von allein nach Hause. Der Transport über die Straße per Tieflader oder übers Wasser auf eigenem Kiel kostet Geld und will organisiert sein, gerade bei größeren Booten. Rechne diese Kosten von Anfang an mit ein, ebenso wie eine mögliche Begutachtung vor Ort. Bei einem weit entfernten Boot lohnt sich ein Gutachter fast immer, denn eine Fehlanreise oder ein übersehener Mangel frisst die Ersparnis schnell auf. Wie sich solche Posten in die Gesamtrechnung einfügen, zeigt der Beitrag Was kostet ein Boot wirklich?
Worauf Du beim Import achtest
| Punkt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Herkunft | EU oder Drittland entscheidet über Zoll und Steuer |
| Mehrwertsteuer | Nachweis der bezahlten Steuer zwingend prüfen |
| CE-Kennzeichnung | muss vorhanden sein, sonst teure Einzelabnahme |
| Transport | Kosten für Straße oder Überführung einplanen |
| Papiere | Eigentumsnachweis, Rechnungen, Registrierung |
Mein Rat zum Schluss
Ein Importboot kann ein gutes Geschäft sein, aber nur, wenn Du vorher rechnest und prüfst. Kläre die Herkunft, sichere Dir den Mehrwertsteuernachweis, prüfe die CE-Kennzeichnung und kalkuliere Transport und Nebenkosten ehrlich ein. Halte alles in einem sauberen Kaufvertrag fest. Dann kann der Blick über die Grenze tatsächlich ein günstiges Traumboot bringen, statt einer teuren Lehrstunde. Ob Neu oder Gebraucht die bessere Wahl ist, liest Du übrigens im Vergleich Neuboot oder Gebrauchtboot?
Häufig gestellte Fragen
Muss
Innerhalb der EU gilt der freie Warenverkehr. Ist das Boot nachweislich in der EU versteuert, fallen in der Regel keine erneuten Einfuhrabgaben an. Wichtig ist der gültige Mehrwertsteuernachweis.
Was
Er belegt, dass die Mehrwertsteuer für das Boot ordnungsgemäß bezahlt wurde. Fehlt er, kann die Steuer nachgefordert werden, sodass du sie womöglich ein zweites Mal zahlst. Lass ihn dir deshalb immer vorlegen.
Braucht
In der Regel ja. Ohne gültige CE-Kennzeichnung darf ein Boot in der EU meist nicht ohne Weiteres betrieben werden. Eine nachträgliche Einzelabnahme für Boote aus Drittländern ist aufwändig und teuer.
Lohnt
Er kann sich lohnen, wenn Herkunft, Steuern und CE geklärt sind und Transport sowie Nebenkosten ehrlich eingerechnet werden. Bei einem Boot aus einem Drittland können Zoll und Einfuhrumsatzsteuer den günstigen Preis aber schnell aufzehren.
Weiterlesen: Gebrauchtboot-Checkliste · Bootskaufvertrag: diese Klauseln
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