Wer das erste Mal an Bord kommt, fühlt sich oft, als hörte er eine Fremdsprache. Statt links und rechts heißt es Backbord und Steuerbord, das Seil ist plötzlich eine Leine, und alle reden von Luv, Lee und Wanten. Diese Sprache ist kein Selbstzweck, sie sorgt dafür, dass an Bord jeder sofort versteht, was gemeint ist, auch im Stress. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten nautischen Begriffe, mit denen du dich vom ersten Tag an zurechtfindest. Wer ein paar Dutzend davon kennt, ist auf jedem Boot ein gern gesehenes Crewmitglied.

Richtungen und Orientierung

Die wichtigste Gruppe zuerst. Backbord ist in Fahrtrichtung links, Steuerbord rechts, und gegen Verwechslung hilft die Eselsbrücke, dass Backbord wie das kürzere Wort links steht. Vorn heißt es am Bug, achtern am Heck. Luv ist die dem Wind zugewandte Seite, Lee die abgewandte. Wer anluvt, dreht in den Wind, wer abfällt, dreht von ihm weg. Diese Begriffe sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut, und sie sollten so selbstverständlich werden wie links und rechts an Land.

Die Teile des Bootes

Am Boot selbst hat fast alles einen eigenen Namen. Der Rumpf ist der Körper, der Kiel sein Gewicht unter Wasser, das Deck die begehbare Oberseite. Vorne sitzt der Bug, hinten der Spiegel. Auf Segelbooten trägt der Mast die Segel, der Baum hält das Großsegel unten, und Wanten und Stagen halten den Mast. Das Cockpit ist der vertiefte Sitzbereich, die Pantry oder Kombüse die Küche, die Koje das Bett. Wer die Teile kennt, versteht auch jede Anweisung, die sich darauf bezieht. Mehr dazu im Überblick der Bootsarten.

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Leinen, Segel und Manöver

An Bord heißt kein Seil Seil, sondern Leine, Schot oder Fall, je nach Aufgabe. Eine Schot stellt das Segel zum Wind, ein Fall zieht es nach oben. Das Großsegel sitzt hinter dem Mast, die Fock oder Genua davor. Bei der Wende dreht der Bug durch den Wind, bei der Halse das Heck. Reffen heißt, die Segelfläche zu verkleinern. Diese Begriffe gehören zum Handwerk, und wer sie beim Segeln lernen verinnerlicht, kommt schnell voran.

„Die Bordsprache klingt anfangs wie Geheimcode, doch sie ist das genaue Gegenteil: Sie macht Anweisungen eindeutig, kurz und in jeder Lage verständlich.“

Navigation und Wetter

Auf dem Wasser misst man Entfernungen in Seemeilen und Geschwindigkeit in Knoten, also Seemeilen pro Stunde. Der Kurs ist die gesteuerte Richtung, die Peilung die Richtung zu einem Objekt. Beim Ankern spricht man von Ankergrund und Kette, beim Festmachen von Spring und Fender. Das Tidenhochwasser und Niedrigwasser bestimmen in Gezeitenrevieren den Tag. Diese Begriffe begegnen dir, sobald du eine Seekarte liest oder einen Törn planst.

Eine kleine Auswahl der wichtigsten Begriffe

BegriffBedeutung
Backbord / Steuerbordlinks / rechts in Fahrtrichtung
Luv / Leedem Wind zu- / abgewandte Seite
Bug / Heckvorderes / hinteres Ende des Bootes
Schot / FallLeine zum Stellen / Setzen eines Segels
Wende / HalseRichtungswechsel mit Bug / Heck durch den Wind
Knoteneine Seemeile pro Stunde

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Die Sprache wächst mit der Erfahrung

Niemand muss alle Begriffe auf einmal lernen. Die Bordsprache erschließt sich Stück für Stück, je öfter du an Bord bist. Fang mit den Richtungen und den wichtigsten Bootsteilen an, der Rest kommt mit der Praxis von allein. Frag ruhig nach, wenn dir ein Wort begegnet, das du nicht kennst, denn das macht jeder Anfänger, und erfahrene Segler erklären gern. Mit jeder Saison wird aus der Fremdsprache deine eigene, und irgendwann denkst du in Backbord und Steuerbord, ohne es zu merken.

Häufig gestellte Fragen


Was

Backbord ist in Fahrtrichtung die linke Seite des Bootes, Steuerbord die rechte. Eine Eselsbrücke: Backbord und links haben beide weniger Buchstaben als Steuerbord und rechts.


Was

Luv ist die dem Wind zugewandte Seite, Lee die vom Wind abgewandte. Wer anluvt, dreht in den Wind, wer abfällt, dreht von ihm weg.


Warum

An Bord hat jede Leine je nach Aufgabe einen eigenen Namen, etwa Schot zum Stellen eines Segels oder Fall zum Setzen. Das macht Anweisungen eindeutig, weil sofort klar ist, welche Leine gemeint ist.


Was

Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde. Entfernungen werden auf dem Wasser in Seemeilen gemessen, eine Seemeile entspricht etwa 1,85 Kilometern.


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