Moin, ihr Lieben. Joachim fährt auf der Fulda, unten bei Kassel. Bis zu uns sind das rund 300 Kilometer. Und er kommt trotzdem, mit dem Satz: „Ich fahre lieber 300 Kilometer und weiß, dass mein Zeug in Ordnung ist.“ Das hört man gern.

Diesmal hatte er zwei Sachen mitgebracht. Das Boot schiebt beim Geradeausfahren zur Seite. Und der Antrieb lässt sich hinten von allein runter.

Zwei Symptome, die viele kennen und die viele mit sich rumschleppen, weil das Boot ja noch fährt. Beide sieht man am besten jetzt, wenn das Boot an Land steht.

Das Boot zieht zur Seite: Spiel im Helmlager

Das Gefühl kennt ihr vielleicht: Ihr wollt geradeaus und haltet das Lenkrad mal ein bisschen so, mal ein bisschen so. Das Boot macht trotzdem, was es will. Ihr seid nur am Korrigieren. Das macht keinen Spaß, und auf Dauer ist es auch nicht ungefährlich, gerade auf einem Fluss mit Strömung und Gegenverkehr.

Bei Joachims Boot war die Sache schnell klar. Oben am Antrieb sitzt das Helmlager, über das der Antrieb beim Lenken geschwenkt wird. Packt man den Antrieb an und bewegt ihn hin und her, sieht man es sofort: Da ist Spiel drin. Der Antrieb eiert und wackelt, bevor das Lenkrad überhaupt etwas tut.

Und dann ist klar, warum das Boot schiebt. Der Antrieb pendelt im Lager, und ihr steuert dem vorne die ganze Zeit hinterher.

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So prüft ihr das selbst

Das könnt ihr an Land in fünf Minuten selber machen. Ihr braucht nur eine zweite Person.

  1. Einer hält das Lenkrad fest. Geradeausstellung, nicht bewegen.
  2. Der andere packt den Antrieb unten an und bewegt ihn kräftig nach links und rechts.
  3. Gucken, wo das Spiel herkommt. Bewegt sich der Antrieb, ohne dass sich am Lenkgestänge etwas tut, sitzt das Spiel oben im Lager. Wandert das Spiel durchs Gestänge bis nach vorne, liegt es woanders, zum Beispiel am Lenkbolzen, am Seilzug oder am Lenkgetriebe hinter dem Steuerrad.

Ein bisschen Bewegung ist normal, so ein Antrieb ist ja keine Schweißkonstruktion. Aber wenn ihr den Antrieb hin- und herwackeln seht, ist das kein „bisschen“ mehr. Wie man einen festgerosteten Lenkbolzen wieder gangbar macht, steht übrigens in einem eigenen Stück zum Lenkbolzen.

Der Antrieb sackt ab: die Hydraulikstempel

Das zweite Problem war der Antrieb selbst. Der fährt immer so entspannt hinten runter. Ganz von allein. Ab einem gewissen Alter ist das eben so, haben wir in der Werkstatt gelacht.

Lustig ist es trotzdem nicht. Ein Antrieb, der seine Trimmstellung nicht hält, fährt beim Slippen oder im flachen Wasser tiefer, als ihr denkt. Und unterwegs stimmt der Trimm nie.

So prüft ihr das: Antrieb an Land ein Stück hochtrimmen, die Stellung markieren, zum Beispiel mit einem Stück Klebeband am Spiegel. Am nächsten Morgen nachgucken. Steht er tiefer, hält das Hydrauliksystem nicht dicht.

Bei Joachim lag es an den Hydraulikstempeln, also den Trimmzylindern. Die kriegen neue, und dann bleibt der Antrieb da, wo er hingehört. Es muss aber nicht immer der Zylinder sein. Altes oder verwässertes Trimmöl kann genauso dahinterstecken. Das prüft man zuerst, weil es die billigere Lösung ist. Wie das geht, steht im Stück zum Trimmöl wechseln.

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Die gute Nachricht

Die Maschine selbst war tipptopp. Kein Problem, damit kann man leben. Beide Fehler sitzen am Antrieb, und beide sind keine Katastrophe, wenn man sie im Winter angeht.

Teuer wird es nur, wenn man wartet. Ein ausgeschlagenes Lager schlägt weiter aus und nimmt andere Teile mit. Und ein Antrieb, der absackt, setzt irgendwann im Flachen auf.

Merksatz: Wenn ihr vorne ständig korrigieren müsst, liegt der Fehler meistens hinten. Packt den Antrieb an, solange das Boot an Land steht.

Das war’s von eurem Bootsdoktor aus Pretzier. Macht’s gut, und grüßt mir die Fulda.

Häufig gestellte Fragen


Warum zieht mein Boot mit Z-Antrieb beim Geradeausfahren zur Seite?

Eine häufige Ursache ist Spiel im Helmlager, über das der Antrieb beim Lenken schwenkt. Der Antrieb pendelt dann im Lager, und man muss am Steuer ständig korrigieren. Auch Spiel am Lenkbolzen, im Seilzug oder im Lenkgetriebe kann dahinterstecken.


Wie prüfe ich das Lenkungsspiel am Z-Antrieb?

An Land hält eine Person das Lenkrad in Geradeausstellung fest, die zweite bewegt den Antrieb unten kräftig nach links und rechts. Bewegt sich der Antrieb, ohne dass sich das Lenkgestänge mitbewegt, sitzt das Spiel im Lager am Antrieb.


Warum sackt mein Z-Antrieb von selbst ab?

Meist halten die Trimmzylinder, also die Hydraulikstempel, den Druck nicht mehr, weil ihre Dichtungen verschlissen sind. Auch altes oder wasserhaltiges Trimmöl kann die Ursache sein. Zum Test den Antrieb hochtrimmen, die Stellung markieren und am nächsten Tag kontrollieren.


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