Zehn Tage, 900 Boote, 30 Nationen: Die 137. Travemünder Woche läuft vom 17. bis 26. Juli 2026. An dieser Stelle sammeln wir, was auf dem Wasser und an Land passiert, Tag für Tag. Ganz oben steht immer das Neueste: Ergebnisse, Höhepunkte, Randnotizen.

Sonntag, 26. Juli 2026: Ein großes Fest geht zu Ende

Goldenes Feuerwerk über der Trave mit Riesenrad und Festmeile zum Abschluss der Travemünder Woche 2026
Großes Finale: Das Feuerwerk über der Trave beschließt zehn Tage Travemünder Woche. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Nach zehn Tagen ist die 137. Travemünder Woche Geschichte. Der Schlusssonntag zeigte noch einmal alle Facetten: Regen, dann überraschend kräftiger Wind, und trotzdem gute Laune an Land. Auf dem Wasser wurden an diesem letzten Tag 19 Wettfahrten in acht Klassen gesegelt. „Ein richtiges Segelfest“, nannte es Wettfahrtleiter Jan Fischer, dem der frische Wind sichtlich gefiel.

Die letzten Titel gingen an bekannte Namen. Bei den Drachen holte sich Benjamin Morgen aus Hamburg die Norddeutsche Meisterschaft, im rasanten Formula-18-Katamaran krönten die Brüder Jesse und Sven Lindstädt ihre starke Woche mit dem Gesamtsieg. Bei den Seeseglern auf der Mittelstrecke setzte sich in der ORC-Wertung erneut Jürgen Klinghardts „Patent 4″ durch, die Yardstick-Gruppe gewann Falk Einecke aus Warnemünde mit der „Geronimo 2.0″.

Der große Gewinner der Woche war das internationale Feld der RS Games, das erstmals außerhalb Großbritanniens gastierte. 619 Boote und 945 Seglerinnen und Segler aus 29 Nationen machten Travemünde zum Zentrum der RS-Welt. Weltmeister im RS Feva XL wurden die Briten Cassius Day und Harry O’Callaghan, die Europameistertitel im RS 200 und RS 400 blieben ebenfalls in britischer Hand. „Man hat das Gefühl, dass es eine große RS-Familie ist“, sagte Sportdirektor Jens Kath.

Am Ende steht eine beeindruckende Bilanz: 274 Wettfahrten in 26 Wettbewerben, 870 Boote, rund 1.600 Aktive und etwa 600.000 Besucher an Land. Die Siege verteilten sich auf sieben Nationen, Deutschland und Großbritannien lagen mit je zehn Titeln vorn. Geschäftsführer Frank Schärffe zog ein zufriedenes Fazit über die großen Felder und die gelungene Organisation. Und weil selbst der wechselhafte Sonntag am Abend noch ein Feuerwerk über der Trave zuließ, brachte es Uwe Bergmann von der Veranstaltungsagentur mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Petrus muss ein Travemünder sein.“ Wir sagen Tschüss, Travemünde, und bis zum nächsten Jahr.

Samstag, 25. Juli 2026: Kipcke krönt sich beim Goldcup

Ulf Kipcke und Crew jubeln auf ihrem Folkeboot Ylva über den Goldcup-Sieg bei der Travemünder Woche 2026
Daumen hoch auf der „Ylva“: Ulf Kipcke und seine Crew feiern den Goldcup-Sieg. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Am vorletzten Tag fiel die Entscheidung im Klassiker der Woche. Bei unbeständigem Wind in der Lübecker Bucht sicherte sich Ulf Kipcke vom Kieler Yacht-Club mit Kathrin und Gero Martens den Folkeboot-Goldcup, den inoffiziellen Weltmeistertitel der traditionsreichen Holzboote. Ein dritter Platz in der letzten von acht Wettfahrten reichte, um sich im 39 Boote starken Feld gegen die dänische Konkurrenz durchzusetzen. Für Kipcke war es nach 2000 und 2015 bereits der dritte Goldcup-Triumph. „Damit bin ich jetzt zum dritten Mal Goldpokal-Sieger“, freute er sich, und ist damit der erfolgreichste deutsche Folkeboot-Skipper der Geschichte.

Hinter Kipcke landeten mit Per Buch und Per Hovmark zwei ebenfalls dreimalige Goldcup-Sieger aus Dänemark auf Rang zwei, Bronze ging an Tom Heinrich. In den anderen Klassen bahnten sich die Entscheidungen an. Bei den Drachen fuhr Benjamin Morgen aus Hamburg mit fünf Siegen aus neun Rennen einem kaum noch gefährdeten Titel entgegen, gesteuert mit Vater Karl Morgen an Bord. Im rasanten Formula-18-Katamaran hatten die Brüder Jesse und Sven Lindstädt aus Norderstedt bei noch drei ausstehenden Rennen ein komfortables Polster von 20 Punkten.

Freitag, 24. Juli 2026: Vaurien und Aero küren ihre Meister

Siegerehrung der Vaurien-Weltmeisterschaft mit italienischer und spanischer Flagge bei der Travemünder Woche 2026
Weltmeister aus Italien, dahinter Silber und Bronze aus Spanien und Frankreich: das Podium der Vaurien-WM. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Der Freitag brachte die große Ernte. Bei kompakten Bedingungen brachten 13 Klassen ihre Rennen zügig durchs Ziel, gleich fünf Meisterschaften wurden entschieden. Im Mittelpunkt stand die Vaurien-Weltmeisterschaft, und die ging klar an Italien. Olmo Cerri und Gioia Bertolani gewannen sieben von zehn Wettfahrten und ließen den Spaniern Pablo Cabello Vieitez und Isabel Cabello Canas sowie den Franzosen Francois-Xavier Drogou und Caroline Guilloux keine Chance. „So gut haben wir das noch nie erlebt“, schwärmte Cerri von der Organisation.

Auch in den vielen RS-Aero-Wertungen fielen die Entscheidungen. Europameister wurden Jonathan Bailey aus Großbritannien im Aero 5, die Ukrainerin Sofia Naumenko im Aero 6, der Schwede Aron Wärnberg mit satten 20 Punkten Vorsprung im Aero 7 und sein Landsmann Erik Wahlberg im Aero 9. Für deutschen Jubel sorgten die Brüder Jesse und Sven Lindstädt aus Norderstedt, die im schnellen Formula-18-Katamaran mit lauter ersten und zweiten Plätzen das Trave Race beherrschten. Beim Folkeboot-Goldcup ging es vor dem Finaltag enger zu: Ulf Kipcke schob sich mit einem einzigen Punkt Vorsprung an die Spitze.

Neben dem Sport zeigte die Travemünder Woche auch ihre andere Seite. Rund 20 junge Seglerinnen und Segler der RS-Feva-Klasse zogen mit Eltern und Betreuern zum Beach Clean-up an den Priwall-Strand und sammelten mehrere Kilogramm Müll ein, von Flip-Flops bis zu einem ausrangierten Bootsmast. Die Volksbank Lübeck stockte die Aktion mit 5.000 Euro auf. Am meisten trugen Cecilia Birkelund und Elisabeth Marzolf aus New Jersey zusammen. „Wir machen das gerne, weil es wichtig ist“, sagten die beiden. Zur Belohnung gab es Sandwiches.

Donnerstag, 23. Juli 2026: Spannung vor dem Schlusswochenende

Dichtes Feld klassischer Folkeboote segelt bei Sonne und Wind beim Goldcup der Travemünder Woche 2026
Klassiker dicht an dicht: das Folkeboot-Feld beim Goldcup auf der Ostsee. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Ein perfekter Sommertag mit Sonne, Wind und Welle legte die Bühne für ein spannendes Schlusswochenende. In zehn Klassen wurde weiter um Welt- und Europameistertitel gekämpft, und in vielen Wertungen lag alles eng beieinander. Beim Folkeboot-Goldcup führte der Däne Per Hovmark vor seinem Landsmann Sören Kästel, der den Titel schon sechsmal gewonnen hat. Bei den Drachen hatte Benjamin Morgen aus Hamburg die Nase vorn, in der neuen RS-21-Klasse setzte sich der Pole Lukas Wosinsky vor die Konkurrenz, beste Deutsche war die Münchnerin Melanie Höveler auf Rang drei.

Was die Travemünder Woche neben den Ergebnissen ausmacht, brachte Vaurien-Klassenpräsident Peter Lakshmanan auf den Punkt. „Wir wollten unbedingt zurück, denn die Organisation ist professionell. Campen auf dem Grünstrand, Festival, Revier, alles passt. Es ist die beste Segelwoche in Deutschland“, sagte er. Für die schönste Randnotiz sorgte der 63-jährige Isländer Aðalsteinn Jens Loftsson, dem der ostseetypische Mix aus Wind und Welle sichtlich zu schaffen machte. Seine Erklärung, warum er trotzdem weitermacht: „Segeln hält fit. Wenn man aufhört zu segeln, wird man alt.“

Dass hinter dem reibungslosen Ablauf vor allem Menschen stehen, wurde am Abend gefeiert. Knapp 440 Ehrenamtliche, rund 120 mehr als im Vorjahr, wurden auf der Passat mit Buffet und Musik geehrt. „Ohne euch geht es nicht“, sagte Geschäftsführer Frank Schärffe. Zum Team of the Year kürte die Travemünder Woche die Schlauchboot-Crew, die mit 40 Booten auf dem Wasser für Sicherheit sorgt.

Mittwoch, 22. Juli 2026: Halbzeit, und der Bürgermeister siegt

Zwei historische Zwölfer-Yachten segeln beim Volksbank Rotspon Cup auf der Trave vor dem Festgelände der Travemünder Woche 2026
Zurück zu den Wurzeln: Beim Volksbank Rotspon Cup duellieren sich zwei historische Zwölfer auf der Trave. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Zur Halbzeit der zehn Tage langen Travemünder Woche gab es das älteste Rennen von allen zu sehen. Der Volksbank Rotspon Cup geht auf ein Duell zweier Hamburger Kaufleute vor 137 Jahren zurück, die um eine Flasche Rotwein gegeneinander segelten. Genau das gilt als Geburtsstunde der ganzen Veranstaltung. In diesem Jahr traten Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau auf der „Sphinx“ und Landtagspräsidentin Kristina Herbst auf der „Trivia“ gegeneinander an, zwei Klassikern aus der weit über hundert Jahre alten Zwölfer-Klasse.

Bei kühlem Wetter und kräftigen Böen segelten die historischen Yachten aus Sicherheitsgründen nur unter Vorsegel. Die „Trivia“ musste vor dem Start sogar von einer Grundberührung freigeschleppt werden, blieb aber unbeschädigt. Das erste Rennen ging an Herbst, weil Lindenau die Ziellinie auf der falschen Seite passierte. Danach drehte der Bürgermeister auf und holte die Rennen zwei und drei. „Ich fand es heute genial“, freute sich Lindenau über seinen 2:1-Erfolg. Herbst nahm die Niederlage sportlich, die Flasche Rotspon wollen die beiden gemeinsam im Lübecker Rathaus leeren.

Auf dem Wasser fielen unterdessen weitere Titel. Die RS-500-Europameisterschaft entschied der Brite Paul Cullen für sich, in der Frauenwertung segelten Daphne Somers und Melani de Bat aus den Niederlanden zu Gold. Das Volksbank Trave Race der RS Aero 5 gewann Fergus Anderson aus Großbritannien und kassierte 300 Euro Prämie, während beim Folkeboot-Goldcup der Berliner Andreas Blank die Führung übernahm. Parallel starteten die jungen Segler der RS Feva in ihre Weltmeisterschaft. DSV-Präsidentin Mona Küppers fasste ihren Besuch in ein Wort: „Wunderschön!“

Dienstag, 21. Juli 2026: Ein Medaillentag in britischer Hand

Louis Johnson und Lucy Hewitson im Trapez auf ihrem RS-800-Skiff bei der Travemünder Woche 2026
Europameister im RS 800: Louis Johnson und Lucy Hewitson vom Hayling Island Sailing Club. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Am Dienstag fielen die großen Entscheidungen, und fast alle Medaillen gingen auf die Insel. Zwei Weltmeisterschaften, drei Europameisterschaften und eine Ranglistenregatta wurden beendet. In der RS-Tera-Weltmeisterschaft holte Charlie Hunt den Titel in der Pro-Wertung, bei den jüngeren Sport-Seglern siegte Freddie Harrison. Beide kommen aus Großbritannien, und die komplette Verfolgergruppe gleich mit.

Auch in den beiden Skiff-Europameisterschaften blieb die Farbe britisch. Rob Higgins gewann den Titel im RS 700, im schnellen Zweihand-RS-800 setzten sich Louis Johnson und Lucy Hewitson vom Hayling Island Sailing Club durch. Einzig die inklusive Klasse RS Venture Connect brach das Muster. Hier fuhren Genevieve Wickham und Grant Alderson aus Australien zu Gold, Silber ging an das spanische Duo Pau Toni Homar und Ramón Gutierrez, Bronze nach Portugal. Bei den Finn-Dinghys behielt André Budzien aus Schwerin die Nase vorn und sicherte sich den Travemünder-Woche-Sieg vor dem Berliner Fabian Lemmel.

Zwischen den Titelentscheidungen gab es Tradition zu bestaunen. Zum 21. Mal stand der Volksbank Rotspon Cup an, ein Duell auf historischen Yachten der weit über hundert Jahre alten mR-Klasse. Am Steuer: Landtagspräsidentin Kristina Herbst auf der „Trivia“ und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau auf der „Sphinx“. Wer zwei der drei kurzen Wettfahrten gewinnt, darf eine Sechs-Liter-Flasche Lübecker Rotspon mit nach Hause nehmen.

Montag, 20. Juli 2026: Die Welle bremst die Flotte

Großes Feld der RS-Aero-Jollen segelt bei kabbeliger See vor der Travemünder Küste bei der Travemünder Woche 2026
Größtes Feld der Woche: die RS-Aero-Flotte vor der Travemünder Küste. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Der Montag stellte Segler und Organisatoren auf die Probe. Regen, Wind und eine kurze, steile Welle vor Travemünde zwangen die Wettfahrtleitung früh zur Startverschiebung, der rot-weiße Wimpel ging hoch. Später ließ der Wind nach und der Regen hörte auf, doch der Seegang blieb so ruppig, dass mehrere Startschiffe nicht einmal ankern konnten. Für die jüngsten Klassen und einige Meisterschaftsrennen war damit früh Schluss.

Wo gesegelt wurde, fielen Entscheidungen. Die J/22 German Open gewannen Wolf Jeschonnek aus Berlin mit Frank Sturm und Klaus Lund. „Wir waren nun zum vierten Mal in Travemünde, einmal zur Weltmeisterschaft und dreimal zu den German Open, und das ist unser erster Sieg“, freute sich Jeschonnek. Bei den H-Booten setzte sich die Berliner Crew um Holger, Jan und Uwe Köhne mit drei Laufsiegen durch. Im Finn-Dinghy baute André Budzien aus Schwerin seine Führung aus, sein Vorsprung auf den Berliner Fabian Lemmel betrug am Abend aber nur einen mageren Punkt.

Das größte Feld der ganzen Woche stellte an diesem Tag die RS Aero. Rund 200 Einhandjollen aus 19 Nationen tummelten sich auf der Ostsee. Bei der Vaurien-Weltmeisterschaft segelten die Italiener Olmo Cerri und Giola Bertolani mit drei Siegen in Serie an die Spitze, die weiteste Anreise hatten zwei Teams aus Angola. Beeindruckt vom Zusammenspiel aus Sport und Festival zeigte sich Olivier Weber, zum ersten Mal als Präsident von Swiss Sailing zu Gast: „Ich durfte erleben, wie großartig die Verbindung aus Festival und Sport klappen kann.“

Sonntag, 19. Juli 2026: Erste TW-Sieger und ein Abend auf der Passat

Hobie-16-Segler Ulf Hahn und Katrin Wiese-Dohse jubeln über ihren Sieg bei der Travemünder Woche 2026
Jubel bei Ulf Hahn und Katrin Wiese-Dohse: Die Hobie-16-Crew holt den ersten TW-Titel. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Die erste Wochenhälfte ist entschieden, und die ersten Travemünder-Woche-Sieger stehen fest. Bei den Hobie-16-Katamaranen drehten Ulf Hahn und Katrin Wiese-Dohse vom SC Kellenhusen den Spieß um. Nach einem starken Schlusstag mit den Platzierungen drei, zwei, eins verwiesen sie die Tagessieger vom Vortag, Maurice Schwarz und Roman Kühler aus Bocholt, auf Rang zwei. Bei den Seeseglern gewann Jürgen Klinghardt mit seiner „Patent 4″ die ORC-Wertung, in der Yardstick-Gruppe setzte sich Björn Carstensen mit „Pepper and Salt“ durch, wo die ersten drei am Ende nur je ein Punkt trennte.

Bei den RS Games blieb es beim britischen Bild. Charlie Hunt führt die Weltmeisterschaft der RS Tera in der Pro-Wertung an, auch in den Europameisterschaften der RS 500, 700 und 800 stehen Briten vorn. Für einen deutschen Lichtblick sorgten in der inklusiven Klasse RS Venture Connect Dirk Thalheim und Stefanie Brix, die sich mit ihrem Team „Wir sind Wir“ auf Rang drei nach vorn schoben. Die Entscheidungen bei den H-Booten, den J/22 und den Finn-Dinghys fallen erst am Montag.

Viermastbark Passat im Abendlicht am Priwall bei der Travemünder Woche 2026
Die Passat im Abendlicht, Schauplatz des Empfangs der boot Düsseldorf. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Zur Travemünder Woche gehört nicht nur das, was auf dem Wasser passiert. Am Abend lud die boot Düsseldorf traditionsgemäß auf die Viermastbark Passat, die in diesem Jahr ihr 115-jähriges Bestehen feiert. Unter dem Motto „Auf den Spuren der Passat nach Chile“ kamen Wegbegleiter und Fangemeinde des Windjammers bei Musik und guter Küche unter freiem Himmel zusammen.

Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Schiffs. Die Sanierung der Passat kostet nach Angaben von Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau 25 bis 30 Millionen Euro, ein symbolischer Spendenscheck über 3.000 Euro wechselte an diesem Abend den Besitzer. „Die Travemünder Woche und die boot Düsseldorf sind ein gut eingespieltes Team“, sagte Messe-Geschäftsführer Marius Berlemann und verwies auf die über 50 Jahre alte Partnerschaft. Lindenau nahm es mit Humor: „Das kann ich schon bestätigen, weil ich es nicht schaffe, in einem Jahr 25 Millionen Euro zu sammeln.“

Samstag, 18. Juli 2026: Heftige Böen bis 25 Knoten

Kielyacht Resolute GER 6655 segelt vor der Viermastbark Passat bei der Travemünder Woche 2026
Die „Resolute“ vor der Passat, dem Wahrzeichen Travemündes. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Der zweite Tag hatte es in sich. Bei Böen bis 25 Knoten und ruppiger See kam die Langstrecke rund Fehmarn erst spät ins Ziel. Von 22 gemeldeten Yachten gingen 17 an den Start, nur elf erreichten das Ziel. Nach berechneter Zeit gewann die „Cedo Nulli“ von Hendrik Decker, die schnellste Zeit über die mehr als 90 Seemeilen segelte die „Jinx“ von Johannes Berg aus Niendorf in 17 Stunden, 23 Minuten und 20 Sekunden. Zwei Crews mussten aufgeben, eine davon wegen Seekrankheit.

Auch auf den Innenbahnen ging es ruppig zu. Bei den Finn-Dinghys setzte sich der erfahrene André Budzien aus Schwerin durch, während ein Berliner Segler auf offener Ostsee kenterte und kurzzeitig gesucht wurde, bevor er unversehrt auftauchte. In den Hobie-16-Katamaranen gewann bei 8 bis 25 Knoten und heftigen Drehern das Duo Maurice Schwarz und Roman Kühler aus Bocholt.

Im großen internationalen Feld der RS-Klassen gaben die Briten den Ton an. Charlie Hunt führt die Weltmeisterschaft der RS Tera in der Pro-Wertung an, auch die Europameisterschaften der RS 500, 700 und 800 liegen in britischer Hand. Für die jüngsten Starter war der Wind grenzwertig, mehrere Wettfahrten wurden abgebrochen. „Alle vier Jahre in einem anderen Land, das hat etwas von Olympischen Spielen“, sagte Liam Franz aus Wales über die erstmals außerhalb Großbritanniens ausgetragenen RS Games.

Freitag, 17. Juli 2026: Fulminanter Auftakt

Eröffnung der 137. Travemünder Woche 2026 auf der Ostsee
Start in die 137. Travemünder Woche. Foto: Christian Beeck, ©segel-bilder.de

Um 18 Uhr fiel das Signal „Heißt Flagge!“, und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau schickte die 137. Travemünder Woche auf den Weg. Gemeldet sind 1.600 Seglerinnen und Segler in 900 Booten aus 30 Nationen, verteilt auf bis zu zehn Regattabahnen vor der Küste. Den sportlichen Eid sprachen Deutschlands erfolgreichster Paralympics-Segler Jens Kroker und der 14 Jahre alte Vorschoter Malden Scheffler, ein Bild, das die Spannweite dieser Woche gut trifft: vom Nachwuchs bis zur Weltspitze.

Sportlich ging es sofort zur Sache. Auf der Langstrecke rund Fehmarn gingen 17 Yachten an den Start, dazu kämpft die RS Venture Connect um den Europameistertitel. „Wir sind das Land der Meere“, sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen bei der Eröffnung und verwies auf mögliche Olympische Spiele im Norden.

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