Moin, ihr Lieben. Es gibt da unten am Antrieb ein bisschen Öl, an das fast niemand denkt: das Getriebeöl im Unterwasserteil. Dabei entscheidet genau dieses Öl darüber, ob euer Getriebe lange hält oder eines Tages als teurer Totalschaden auf meinem Tisch landet. Und das Beste ist: Beim Wechsel verrät euch das alte Öl sofort, ob alles in Ordnung ist oder ob sich Ärger anbahnt. Schauen wir uns an, wie ihr das Getriebeöl wechselt und worauf ihr dabei unbedingt achten müsst.

Warum das Getriebeöl so wichtig ist

Im Unterwasserteil eures Antriebs arbeiten Zahnräder unter hoher Last, und die wollen geschmiert und gekühlt werden. Genau das macht das Getriebeöl. Wird es alt, verliert es seine Schmierfähigkeit, und die Zahnräder verschleißen schneller. Richtig gefährlich wird es aber, wenn Wasser ins Öl gelangt. Dann schmiert es nicht mehr richtig, und es beginnt zu rosten und zu fressen. Ein Getriebe, das mit Wasser im Öl weiterläuft, ist über kurz oder lang hinüber.

Das wichtigste Warnzeichen: milchiges Öl

Wenn ihr das alte Öl ablasst, schaut es euch genau an. Sauberes Getriebeöl ist klar und gleichmäßig. Ist es dagegen hell, milchig und sieht aus wie ein Milchkaffee, dann ist Wasser drin. Und Wasser im Getriebeöl bedeutet immer: Irgendwo ist eine Dichtung undicht, meistens ein Simmerring an der Welle. Das ist kein Schaden, den man aussitzt. Wer das ignoriert und weiterfährt, macht aus einer kleinen Dichtung schnell ein neues Getriebe. Findet also die undichte Stelle und behebt sie, bevor ihr frisches Öl einfüllt.

„Milchiges Getriebeöl ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Notruf. Wer ihn überhört, zahlt am Ende für ein ganzes Getriebe.“

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Schritt für Schritt: Getriebeöl wechseln

  • Antrieb senkrecht stellen. Das Boot oder den Antrieb so positionieren, dass das Öl vollständig ablaufen kann.
  • Untere Schraube öffnen. Die Ablassschraube ganz unten am Unterwasserteil lösen, darunter ein Auffanggefäß. Dann auch die obere Schraube öffnen, damit das Öl sauber abläuft.
  • Öl prüfen. Jetzt der entscheidende Blick: Ist das Öl klar oder milchig? Sind Metallspäne drin? Das verrät euch den Zustand des Getriebes.
  • Von unten befüllen. Frisches Getriebeöl wird von der unteren Öffnung nach oben eingedrückt, bis es oben sauber austritt. So bleiben keine Luftblasen im Getriebe.
  • Schrauben mit neuen Dichtringen schließen. Erst oben, dann unten verschließen, damit das Öl drinbleibt. Neue Dichtringe verwenden.

Wann und wie oft

Wechselt das Getriebeöl regelmäßig nach Herstellervorgabe, oft einmal pro Saison. Ein guter Zeitpunkt ist der Herbst, denn dann seht ihr beim Ablassen sofort, ob über die Saison Wasser eingedrungen ist, und könnt im Winter in Ruhe reparieren. Steht das Boot dann mit frischem Öl über den Winter, ist alles geschützt. Habt am besten gleich das richtige Öl und neue Dichtringe parat, dann ist die Sache in einer halben Stunde erledigt.

Worauf ihr beim Öl noch achten solltet

Wasser ist nicht das einzige, was euch das alte Öl verrät. Schaut auch nach Metallspänen. Findet ihr feinen, glitzernden Abrieb im Öl oder an der Ablassschraube, an der oft ein kleiner Magnet sitzt, dann arbeiten die Zahnräder schon gegeneinander, und das ist ein Warnzeichen für beginnenden Verschleiß. Ein paar feinste Partikel sind über die Saison normal, größere Späne nicht. Achtet außerdem auf die richtige Ölmenge und die vom Hersteller vorgegebene Sorte, denn das falsche oder zu wenig Öl schadet genauso wie gar keines. Lieber einmal mehr nachschauen, was für euren Antrieb vorgeschrieben ist.

Dieter zeigt es in der Werkstatt

Im Video seht ihr, wie wir das Öl ablassen, woran man Wasser im Getriebeöl erkennt und warum man bei milchigem Öl sofort handeln muss.

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Das Wichtigste in einem Satz

Das Getriebeöl ist klein, billig und überlebenswichtig fürs Getriebe. Wechselt es regelmäßig, schaut beim Ablassen immer auf die Farbe, und bei milchigem Öl handelt ihr sofort. Dann hält euer Antrieb, und ihr fahrt, statt zu zahlen.

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