Moin, ihr Lieben. Hier steht ein 4,3 LC, und der ist im Eimer. Nicht halb im Eimer, nicht reparaturbedürftig. Im Eimer.

Wenn ich den Finger an die Seite des Blocks lege, verschwindet er im Krater. Da ist ein Loch, und das passende Stück Guss liegt daneben auf der Bank. Ein Frostschaden. So sieht der aus, wenn er fertig ist.

Das Ärgerliche daran: Diese Maschine hat vorher wochenlang Warnzeichen gesendet. Man muss nur wissen, wonach man guckt.

Frost drückt in alle Richtungen

Unter jedem Video zu diesem Thema steht derselbe Kommentar: „Ach, da kann man schweißen.“

Liebe Schweißergarde, schweißt so viel ihr wollt. Aber achtet bitte darauf, was danach passiert. Ein Motor, der nach außen platzt, platzt auch nach innen. Bei diesem hier sieht es innen aus wie nach einem Hammerschlag. Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, und zwar in jede Richtung, in die es kann. Die Außenwand ist nur die Stelle, an der man es sieht.

Ihr könnt diesen Block hier gern abholen und schweißen. Ich gebe euch drei Tage. Danach kommt der Altmetallcontainer, und dann bringt das Ding noch etwa anderthalb Euro fürs Einschmelzen.

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Haarriss mit Rostnase, Stopfen halb draußen: Wer im Frühjahr hinschaut, bevor er dreht, spart sich den Altmetallcontainer. Der Bootsdoktor prüft Deine Maschine.
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Die zwei Warnzeichen, bevor es kracht

Der Haarriss mit der Rostnase

Guckt euch den Block bei gutem Licht an. Ihr sucht keinen Spalt, ihr sucht einen Strich. Hauchdünn, kaum zu sehen. Was ihn verrät, ist die braune Spur darunter, die dort herausgelaufen ist. Ich nenne die Dinger Rostnasen, und sie sind der ehrlichste Indikator, den ihr habt.

Ein Haarriss heißt: Da war Wasser drin, es hat gefroren, und der Guss hat nachgegeben. Beim nächsten Winter wird daraus der Krater.

Der Stopfen, der herauswandert

An diesem Block sitzt einer schon halb draußen. Im Volksmund heißen die Dinger Frostschutzstopfen, und das ist Unsinn, den ich hier gern geradeziehe.

Die haben mit Frostschutz nichts zu tun. Das sind Gusskernstopfen. Beim Gießen des Blocks müssen die Sandkerne wieder heraus, dafür braucht es Öffnungen, und die werden hinterher verschlossen. Dass sie bei Frost als Erstes nachgeben, ist ein Nebeneffekt, kein Zweck.

Merkt euch trotzdem: Wenn so ein Stopfen herausgedrückt ist, hat es im Block gearbeitet. Dann guckt ihr auch nach Rissen.

Frost drückt in alle Richtungen. Was ihr von außen seht, ist die Stelle, die zuerst nachgegeben hat. Nicht die einzige.

Wenn ihr das Boot aus der Scheune holt

Es gibt zwei Wege, das im Frühjahr herauszufinden. Der eine kostet zehn Minuten, der andere kostet euch den Tag und eventuell mehr.

Der gute Weg: Bevor ihr den Schlüssel dreht, geht einmal mit der Lampe um den Motor. Beide Seiten des Blocks, alle Stopfen, alle Kanten. Sucht Rostnasen. Fasst die Stopfen an, ob einer vorsteht.

Der andere Weg: Boot ins Wasser, Kiste anschmeißen und gucken, was passiert. Wenn dann Wasser in der Bilge steht, wisst ihr es auch. Nur steht das Boot dann schon im Wasser, und ihr habt ein anderes Problem als vorher.

Der dritte Hinweis kommt beim Ölwechsel. Zieht das Öl ab und guckt es euch an. Ist es milchig, habt ihr Wasser im Öl, und dann ist der Block gebrochen oder die Kopfdichtung durch. Beides heißt: sofort aufhören und nachsehen, nicht weiterfahren.

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Wie ihr es gar nicht erst so weit kommen lasst

Das hier ist kein Schicksal, das ist eine vergessene Stunde im Oktober.

Ein Motor, der ordentlich eingewintert ist, hat kein Wasser mehr im Kühlkreislauf, sondern Frostschutz. Und ein guter Konservierer kann mehr als nur das Einfrieren verhindern, er schützt die Innenflächen auch vor Korrosion über den Winter.

Bei dieser Maschine schützt gar nichts mehr. Die geht ins Altmetall, und der Eigner kauft einen anderen Motor. Für das Geld hätte er zwanzig Jahre lang jeden Herbst einwintern lassen können.

Das war’s von eurem Bootsdoktor aus Pretzier. Macht’s gut, und guckt im Frühjahr hin, bevor ihr dreht.

Häufig gestellte Fragen


Wie erkenne ich einen Frostschaden am Motorblock?

An drei Dingen: einem herausgedrückten Gusskernstopfen, hauchdünnen Haarrissen mit brauner Rostspur darunter, und im Extremfall einem nach außen geplatzten Loch im Guss. Prüfe den Block bei gutem Licht auf beiden Seiten, bevor Du den Motor das erste Mal startest.


Kann man einen frostgeplatzten Motorblock schweißen?

Technisch kann man vieles schweißen, wirtschaftlich lohnt es meist nicht. Ein Block, der nach außen platzt, hat in aller Regel auch innen Schäden, weil Frost in alle Richtungen drückt. Die Reparatur kostet dann mehr als ein Austauschmotor.


Was sind Frostschutzstopfen wirklich?

Der Begriff ist Volksmund. Es handelt sich um Gusskernstopfen: Beim Gießen des Blocks müssen die Sandkerne entfernt werden, die dafür nötigen Öffnungen werden anschließend verschlossen. Dass sie bei Frost als Erstes nachgeben, ist ein Nebeneffekt und nicht ihr Zweck.


Welche Anzeichen finde ich nach dem ersten Start?

Wasser in der Bilge kurz nach dem Anlassen und milchiges, emulgiertes Öl beim Ölwechsel. Beides deutet auf einen gebrochenen Block oder eine defekte Kopfdichtung hin. Motor aus und nachsehen, nicht weiterfahren.


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