Moin. Der Winter ist die Jahreszeit, in der Dein Boot am längsten allein ist. Fünf, sechs Monate, in denen niemand vorbeikommt, der es vermissen würde.

Und ausgerechnet dann steht es aufgebockt auf einem Platz, oft direkt neben der Zufahrt, mit einem Außenborder am Heck, den zwei Leute in einer Viertelstunde abgeschraubt haben.

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahlen sind besser geworden. 2023 wurden bundesweit 531 Außenbordmotoren gestohlen, zehn Prozent weniger als im Jahr davor und der niedrigste Stand, den es je gab. In Spitzenjahren waren es knapp 1.500.

Die schlechte: Wenn es Dich trifft, interessiert Dich die Statistik nicht.

Warum getrailerte Boote das Hauptziel sind

Ein Boot, das auf dem eigenen Trailer im Winterlager steht, ist aus Sicht eines Diebs die bequemste Sache überhaupt. Er braucht keinen Kran und keine Helfer. Er braucht ein Zugfahrzeug.

Und wenn ihm das zu auffällig ist, nimmt er nur den Motor. Genau das ist über die Jahre am häufigsten passiert: Außenborder, abgeschraubt im Winterlager von getrailerten Booten.

Daraus folgt die erste Regel, und die kostet nichts: Trenn die Einheit auf. Trailer sichern, Motor sichern, und wenn möglich das eine ohne das andere unbrauchbar machen.

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Seriennummern, Policenfristen, Kontrollgänge im Winter: Was man einmal notiert, sucht man im Schadensfall nicht. Mit bootscockpit liegt alles an einer Stelle.
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Die mechanische Ebene

  • Kupplungsschloss am Trailer. Das erste und wirksamste Teil. Ein Trailer ohne gesicherte Kupplung ist in zwei Minuten am Haken.
  • Radkralle oder abnehmbares Rad. Klingt übertrieben, ist aber der Unterschied zwischen wegfahren und schleppen müssen.
  • Motorschloss oder Sicherungsbolzen. Für Außenborder gibt es Verschlussbolzen, die sich nur mit individuellem Werkzeug öffnen lassen. Große, fest verbolzte Motoren sind ohnehin schwerer zu holen, weil die Durchgangsbolzen ins Bootsinnere führen.
  • Alles Lose runter. Elektronik, Plotter, Funkgerät, Rettungsinsel, Außenborder vom Beiboot. Was zu Hause im Keller liegt, wird nicht gestohlen.

Und noch etwas Unspektakuläres: Notier Dir die Seriennummern. Motor, Plotter, Funke, Trailer. Ohne Nummer ist ein wiedergefundenes Gerät nur ein Gerät.

Kein Schloss verhindert einen Diebstahl. Es sorgt dafür, dass der Dieb sich das Boot daneben aussucht.

Die elektronische Ebene: der Tracker

Ein GPS-Tracker verhindert nichts. Er macht aber aus einem Diebstahl, den Du im April bemerkst, einen Diebstahl, den Du in derselben Nacht bemerkst. Und das ist der ganze Unterschied.

Die Funktion, auf die es ankommt, heißt Geofencing: Du legst einen virtuellen Radius um den Lagerplatz, und sobald das Boot ihn verlässt, bekommst Du eine Meldung aufs Telefon. Im Winterlager, wo monatelang niemand hinsieht, ist das der wirksamste Schutz überhaupt.

Zwei praktische Hinweise dazu. Der Tracker braucht Strom, also entweder eine lange Akkulaufzeit oder einen Anschluss, den Du im Winterlager auch hast. Und er gehört an eine Stelle, an der ihn niemand vermutet und die nicht abgeschirmt ist. Unter einer Metallabdeckung nützt er nichts.

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Der Punkt, der wirklich weh tut: die Versicherung

Hier wird es unangenehm, und deshalb steht es hier und nicht am Ende.

Viele Policen schreiben vor, wie der Motor gesichert sein muss. Nicht als Empfehlung, sondern als Bedingung. Wenn der geforderte Diebstahlschutz nicht angebracht war, kann der Versicherer die Leistung verweigern. Dann hast Du weder Motor noch Geld.

Also: Hol Deine Police raus und lies nach, was dort unter Obliegenheiten steht. Meistens ist es ein Absatz. Es kann ein bestimmtes Schloss sein, eine Mindestsicherung, eine Meldepflicht bei Standortwechsel oder eine Vorgabe zum Lagerplatz.

Und wenn Du das Boot woanders einlagerst als sonst, sag es Deiner Versicherung. Ein Anruf, fünf Minuten, und im Schadensfall ist es der Unterschied zwischen Regulierung und Ablehnung.

Was den Platz selbst ausmacht

Nicht jedes Winterlager ist gleich. Wenn Du die Wahl hast, frag nach:

  • Ist das Gelände umzäunt, und ist das Tor nachts wirklich zu?
  • Gibt es eine Kamera an der Zufahrt, und läuft sie auch im Winter?
  • Kommt regelmäßig jemand vorbei, oder steht der Platz von November bis März leer?
  • Halle oder Freiland? Eine Halle ist teurer und deutlich unattraktiver für jeden, der schnell wieder weg will.

Der ehrlichste Rat zum Schluss: Fahr im Winter zweimal hin. Einmal nach dem ersten Sturm, einmal irgendwann im Februar. Du siehst dann nicht nur, ob die Plane noch sitzt, sondern auch, ob überhaupt jemand nach dem Rechten schaut.

Häufig gestellte Fragen


Wie viele Außenbordmotoren werden in Deutschland gestohlen?

2023 waren es bundesweit 531, zehn Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste je erfasste Stand. In Spitzenjahren lag die Zahl bei knapp 1.500. Besonders betroffen sind Motoren an getrailerten Booten im Winterlager.


Was ist der wirksamste Diebstahlschutz im Winterlager?

Die Kombination aus mechanischer Sicherung und Geofencing. Kupplungsschloss und Motorsicherung halten Gelegenheitstäter ab, ein GPS-Tracker mit virtuellem Radius um den Lagerplatz meldet einen Diebstahl noch in derselben Nacht statt erst im Frühjahr.


Zahlt die Versicherung, wenn der Motor gestohlen wird?

Nur, wenn die in der Police geforderte Sicherung tatsächlich angebracht war. Fehlt sie, kann der Versicherer die Leistung verweigern. Der Abschnitt zu den Obliegenheiten in Deiner Police ist deshalb der wichtigste Text zum Thema.


Was nehme ich vor dem Winter vom Boot mit?

Alles Lose und alles Wertvolle: Plotter und abnehmbare Elektronik, Funkgerät, Rettungsinsel, den Außenborder des Beiboots, Werkzeug. Notiere außerdem die Seriennummern von Motor, Trailer und Geräten.


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