Moin. Double Trouble hat das 65. Cowes-Torquay-Cowes gewonnen. Gary Aldington und Anton Modin holten den Gesamtsieg, obwohl Robert Lockyers Good Boy Vodka auf dem Wasser das schnellste Boot war und mit einer Strafe von 20 Minuten belegt wurde, weil es die Southbourne-Boje auf der falschen Seite passierte. Gefahren wurde nicht die volle Strecke: Wegen einer Sturmwarnung kürzte der Veranstalter den Kurs auf zwei Runden um die Poole-100-Marken, rund 56 Seemeilen statt der üblichen 181.
Wir haben das Rennen aus der Ferne über die offizielle GPS-Verfolgung des Veranstalters mitverfolgt, nicht von der Isle of Wight aus.
Das Ergebnis
| Platz | Boot | Besatzung | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Double Trouble | Gary Aldington / Anton Modin | 49:35 |
| 2 | Lightning Strikes | Harry Thomas / Dean Stoneman | 1:02:26 |
| 3 | Sixty Nine Offshore | Alex Welham / Neil Raven | 1:09:11 |
Die Beaverbrook Trophy, einer der ältesten Preise im britischen Offshore-Sport, geht damit an Double Trouble.
Wie das Rennen lief
Das Wetter war diesmal die halbe Geschichte. Für die Seegebiete White und Portland lag eine Sturmwarnung vor, für Plymouth eine Gale-Warnung mit Windstärke 8. Officer of the Day Martin Raby entschied deshalb, beide Rennen zu verkürzen und im Wesentlichen im geschützteren Bereich zwischen Solent und Poole Bay zu fahren, statt die Sicherheitscrews stundenlang auf die offene Strecke zu schicken. Rob Lockyer, sonst nicht für Zurückhaltung bekannt, nannte die Bedingungen das Übelste, bei dem er je aufs Wasser gegangen sei.
Von den zehn gemeldeten Booten im Cowes-Torquay-Cowes kamen sieben ins Ziel. Aufgeben mussten Silverline, Smokin’ Aces und 66 Racing. Das ist für dieses Rennen normal: Die harte See fordert Zuverlässigkeit mehr als Höchstgeschwindigkeit. Im Vorjahr gaben ebenfalls mehrere Favoriten auf.
Was das Ergebnis wert ist
Zur Einordnung: 2025 hatte Good Boy Vodka gewonnen, ein 52 Fuß langer Outerlimits, und damit die jahrelange Vormacht von Silverline beendet. Beide Boote standen auch diesmal auf der Meldeliste. Diesmal lief es für keines der beiden nach Plan: Good Boy Vodka fuhr mit 49:15 die schnellste Zeit, wurde nach der 20-Minuten-Strafe aber nur als Vierter gewertet, und Silverline schied nach einer harten Landung mit Motorschaden aus.
Der Geschwindigkeitsrekord bleibt unangetastet. Er steht bei 94,70 Meilen im Schnitt, aufgestellt 2021 von Drew Langdon und Miles Jennings auf Silverline Bullet. Über den verkürzten Kurs dieses Jahres war er ohnehin nicht zu erreichen. Ein Vergleich reiner Fahrzeiten über die Jahre führt außerdem in die Irre, weil die Kurslänge zwischen 165 und 190 Seemeilen schwankte. Aussagekräftig ist der Schnitt.
Und aus deutscher Sicht?
Gemeldet war in diesem Jahr kein Team aus dem deutschsprachigen Raum. Das war nicht immer so. Markus Hendricks gewann 2009 und 2011 auf Cinzano, einem 1974 von Don Shead gezeichneten 38-Fuß-Boot, das ein deutlich jüngeres Feld hinter sich ließ. Für Österreich siegte Hannes Bohinc 1995 und 2003.
Wer wissen will, warum dieses Rennen als das härteste Europas gilt, was die Klassenbezeichnungen bedeuten und welche Rolle ein Bootsdoktor aus Norddeutschland in dieser Geschichte spielt, findet das alles im Vorbericht.
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