Moin. Irgendwann kommt der Tag, an dem Dein Boot über die Straße muss. Weil Du den Liegeplatz wechselst, weil das Winterlager woanders ist, weil Du es gekauft hast und es noch 600 Kilometer entfernt steht.

Und dann stellt sich eine Frage, die die meisten unterschätzen: selbst ziehen oder ziehen lassen?

Die Antwort hängt an drei Zahlen, und die solltest Du kennen, bevor Du den Trailer bestellst.

Die drei Zahlen, die alles entscheiden

  • Breite. Bis 2,55 Meter ist ein Gespann normaler Straßenverkehr. Darüber brauchst Du eine Genehmigung, Begleitung und eine festgelegte Route. Der Sprung ist kein gleitender Übergang, sondern eine Wand.
  • Höhe. Gemessen wird das Gespann inklusive Trailer, nicht das Boot allein. Ein flaches Boot auf einem hohen Trailer kann höher sein als ein hohes Boot auf einem flachen. Brücken und Unterführungen verzeihen keine Schätzungen.
  • Gewicht. Nicht das Bootsgewicht aus dem Prospekt, sondern das reale Gewicht mit Motor, Tank, Ausrüstung und Trailer. Danach richtet sich, ob Dein Zugfahrzeug das darf und ob Dein Führerschein reicht.

Wer über einer dieser Grenzen liegt, hat die Frage schon beantwortet. Dann fährt eine Spedition.

Weiterlesen: Trailerboot: Zugfahrzeug, Führerschein und Slippen

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Maße, Gewichte, Termine, Versicherungsdaten: Wer sein Boot bewegt, braucht die Zahlen zur Hand. Mit bootscockpit hast Du sie dabei, auch am Straßenrand.
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Selbst ziehen: worauf es unterwegs ankommt

Wenn Du im legalen Rahmen bleibst, ist Selbstziehen die günstigste Lösung. Es ist aber auch die, bei der Du alles selbst richtig machen musst.

  • Stützlast einhalten. Zu wenig Last auf der Kupplung, und das Gespann fängt bei Tempo an zu pendeln. Das ist die häufigste Ursache für schwere Unfälle mit Anhängern.
  • Das Boot auf dem Trailer verzurren, nicht nur die Winde vorn. Die Winde hält das Boot an seinem Platz, sie hält es nicht bei einer Vollbremsung.
  • Alles Lose runter oder fest. Persenning, Bimini, Fender, Batterie. Was bei 100 km/h flattert, hält nicht.
  • Nach den ersten Kilometern anhalten und alles nachziehen. Gurte setzen sich, immer.
  • Reifen. Trailerreifen altern im Stand. Ein Reifen mit viel Profil und acht Jahren auf der Flanke ist trotzdem reif für die Tonne.

Die Winde hält das Boot an seinem Platz. Bei einer Vollbremsung hält sie gar nichts.

Ziehen lassen: was eine gute Spedition ausmacht

Es gibt Speditionen, die auf Boote spezialisiert sind, und es gibt Speditionen, die alles fahren. Der Unterschied zeigt sich beim Aufladen.

Frag vor der Beauftragung nach:

  • Wie ist der Transport versichert, und mit welcher Summe? Die gesetzliche Haftung eines Frachtführers ist gedeckelt und liegt bei einem Boot fast immer weit unter dem Wert. Eine Transportversicherung ist deshalb keine Zusatzleistung, sondern Pflichtprogramm.
  • Wer stellt die Auflagepunkte? Ein Boot muss auf seinen Kiel und die konstruktiv vorgesehenen Punkte gelagert werden, nicht irgendwo auf den Rumpf.
  • Übernimmt die Spedition auch Kranen an beiden Enden, oder organisierst Du das?
  • Gibt es ein Übergabeprotokoll mit Fotos, vor und nach dem Transport?

Der letzte Punkt ist der wichtigste, und er kostet nichts. Fotografiere Dein Boot vor dem Verladen von allen Seiten, mit Datum und aus der Nähe an jeder Stelle, die Dir wichtig ist. Ohne diese Bilder wird jede Diskussion über einen Kratzer zu Deinen Ungunsten ausgehen.

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Was der Transport mit dem Boot macht

Ein Boot ist für Wasser gebaut, nicht für Straße. Im Wasser trägt der Rumpf gleichmäßig, auf dem Trailer liegt er auf wenigen Punkten, und dazu kommen Stöße, Vibration und Fahrtwind.

Deshalb nach jedem längeren Transport einmal durchgehen:

  • Alle Auflagepunkte und die Umgebung im Gelcoat auf Druckstellen und Haarrisse prüfen.
  • Schotten, Schränke und Bodenbretter: Was sich gelöst hat, hört man nicht während der Fahrt.
  • Beschläge, Reling und Persenningknöpfe auf Lockerung.
  • Bei Seglern das Rigg, wenn der Mast mitgefahren ist.

Und eine Sache, an die keiner denkt: Sprit im Tank schwappt. Ein halbvoller Tank auf einer kurvigen Landstraße bewegt eine ordentliche Masse hin und her. Für lange Strecken lieber fast leer oder fast voll, aber nicht dazwischen.

Die ehrliche Rechnung

Selbstziehen wirkt immer billiger, weil man nur den Sprit sieht. Rechne dagegen: Trailermiete oder Anschaffung, Zulassung und Versicherung, ein Zugfahrzeug mit ausreichender Anhängelast, Deine Zeit für Hin- und Rückfahrt, und das Risiko, das Du selbst trägst.

Bei einer einmaligen Überführung über eine größere Strecke gewinnt die Spedition öfter, als die Leute denken. Bei einem Trailerboot, das ohnehin jedes Jahr zweimal umzieht, gewinnt der eigene Trailer.

Was Du nicht machen solltest: das Gespann auf gut Glück zusammenstellen und hoffen, dass keiner nachmisst. Bei einem Unfall misst nämlich immer jemand nach.

Häufig gestellte Fragen


Ab wann brauche ich eine Genehmigung für den Bootstransport?

Die entscheidende Grenze ist die Breite von 2,55 Metern. Darüber ist der Transport genehmigungspflichtig und braucht je nach Maß Begleitung und eine festgelegte Route. Auch Höhe und Gesamtgewicht des Gespanns müssen im zulässigen Rahmen bleiben.


Reicht die Bugwinde, um das Boot auf dem Trailer zu sichern?

Nein. Die Winde hält das Boot in Position, aber sie sichert es nicht gegen die Kräfte bei einer Vollbremsung. Das Boot muss zusätzlich mit Gurten am Trailer verzurrt werden.


Wie ist mein Boot beim Transport durch eine Spedition versichert?

Die gesetzliche Haftung des Frachtführers ist der Höhe nach begrenzt und liegt bei einem Boot fast immer deutlich unter dem tatsächlichen Wert. Eine eigene Transportversicherung ist deshalb sinnvoll. Frag außerdem nach einem Übergabeprotokoll mit Fotos.


Was prüfe ich nach einem langen Transport?

Die Auflagepunkte und deren Umgebung im Gelcoat auf Druckstellen und Haarrisse, alle Beschläge und die Reling auf Lockerung, den Innenausbau auf gelöste Teile und bei Seglern das Rigg.


Weiterlesen: Boot kranen: der Ablauf, die Kosten und wer haftet · Liegeplatz finden: Hafen, Steg, Boje oder Trockenliegeplatz